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Auf ein Wort – Juni

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Auf ein Wort – Juni

Liebe koi-Leserin, lieber koi-Leser,

ich weiß nicht, wie es Ihnen geht. Für mich ist die Corona-Krise sehr schlimm. Aber fast genauso schlimm ist, dass wir mit unterschiedlichsten Meinungen von Experten und Möchtegern-Experten überschüttet werden. Es scheint, dass wir in unserem Land Millionen von Wissern oder Besserwissern haben. Kaum ist eine Meinung verstreut, gibt es hundertfache Gegenmeinungen: Lockern – nicht Lockern, Masken helfen – Masken sind nutzlos, Schulen vorsichtig öffnen – Schulen sofort öffnen, Leben hat Vorrang – keine Priorisierung usw.

Bistro Spitze Geislingen

Ganz schlimm sind die Verschwörungstheoretiker: Bewusste Aushöhlung der Demokratie, dunkle Mächte, Auftakt zur Schaffung einer Weltregierung usw. Als ob die Seuche nicht schon schlimm genug wäre! Zahlreiche Politiker überbieten sich mit ihren Meinungen. Bei vielen wird dabei ihr eigenes Kalkül mehr als sichtbar: neue Positionen, Verbesserung der Wahlchancen etc. Manche Bundesländer führen anscheinend einen Überbietungswettbewerb. Besonders schlimm, ja fürchterlich, sind die Fake News, die nur eines wollen: Angst, Verunsicherung und Verwirrung schaffen.

Bewusste Verstöße gegen die Auflagen scheinen bei Manchen zum guten Ton zu gehören. Dies ist oft bei Demonstrationen (worauf jeder ein Recht hat) zu beobachten. Außerdem werden diese Demonstrationen nicht selten von Rechtsextremisten, Neonazis, Holocaustleugnern und Antisemiten missbraucht. Greifen die Ordnungskräfte ein, sind sie das Ziel von Beleidigungen und körperlichen Angriffen. Ich für meinen Teil habe mir vorgenommen, nur noch seriöse Meldungen zum Coronageschehen zu lesen und auch da nicht mehr alle. Was angesagt ist, ist ein verantwortungsvolles Umgehen mit den Maßnahmen und mit den Lockerungen. Dies im Interesse unserer Mitmenschen aber auch im eigenen Interesse. Wenn ich mir allerdings so manche Bilder ansehe, habe ich meine starken Zweifel, ob Eigenverantwortung ausreicht.

Einen Spruch der mich über WhatsApp erreichte, möchte ich Ihnen gerne zum Ab-schluss wiedergegen. Er ist es wert etwas darüber nachzudenken: Gott spazierte durch das Schwabenland. Er kam an mächtigen Wäldern und weiten Feldern vorbei, lief an sprudelnden Flüssen und blauen Seen entlang. Gott lief über grüne Wiesen und traf einen Wanderer. Der Wanderer fragte: „Gott, was machst Du hier im Schwabenland?“ Gott antwortete: „Homeoffice“. (Schwobatastisch.de)

In diesem Sinne: Alles Gute, seien wir hoffnungsvoll und erfreuen wir uns an den vielen Dingen, die es Wert sind
Ihr W. Ziegler