Auf ein Wort

Auf ein Wort

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Auf ein Wort
Prof. Dr. Werner Ziegler

Auf ein Wort

Liebe koi-Leserin, lieber koi-Leser,

ich hoffe, dass Sie gut ins neue Jahrzehnt gekommen sind und Sie bisher alle Ihre Vorsätze erfüllen konnten.

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Ja – und schon ist der zweite Monat angebrochen, Februar. Er wartet dieses Jahr mit einem zusätzlichen Tag auf. Wir haben ein Schaltjahr. Alle, die an einem 29. Februar geboren sind, können am „richtigen“ Tag Geburtstag feiern.

Woran liegt es, dass alle 4 Jahre das Jahr nicht nur 365 Tage hat, sondern 366? Schuld daran hat die Erde. Sie braucht nämlich nicht exakt 365 Tage, um die Sonne einmal zu umkreisen, sondern genau 365 Tage, fünf Stunden, 48 Minuten und 46 Sekunden. Demnach ist also ein „normales“ Jahr fünf Stunden usw. zu kurz. Wenn es also kein Schaltjahr gäbe, würde sich alles im Laufe der Zeit verschieben: Weihnachten würde bei uns im Sommer gefeiert und im Juli würden wir frieren.

Das Schaltjahr gab es schon im julianischen Kalender. Julius Caesar hat es erfunden. Er rundete die fünf Stunden, 48 Minuten und 46 Sekunden einfach zu 6 Stunden auf. Prompt gab es durch dieses Aufrunden wieder Probleme. Bereits im 16. Jahrhundert hat sich der Kalender dadurch um zehn Tage verschoben. Dies korrigierte Papst Gregor XIII durch seinen gregorianischen Kalender, den wir heute noch haben. Der zusätzliche Tag alle 4 Jahre reichte als Regulativ nicht aus. Gregor XIII führte zusätzliche Regeln ein: Alle 400 Jahre fallen drei Schaltjahre aus. Alle Jahre, die durch Hundert, aber nicht durch Vierhundert teilbar sind, sind keine Schaltjahre. Sie erinnern sich? Das Jahr 2000 war ein Schaltjahr. Es ist zwar durch Hundert teilbar, aber eben auch durch Vierhundert. Ein Schaltjahr ist also leicht zu ermitteln: Die Jahreszahl muss durch vier teilbar sein. Wenn es durch 100 teilbar ist, ist es kein Schaltjahr, wenn es durch 400 teilbar ist, ist es ein Schaltjahr.

Wann haben die etwa 55.000 Deutsche, die am 29. Februar geboren wurden, in „normalen“ Jahren Geburtstag. Wir wären nicht in Deutschland, wenn dieses Problem nicht gesetzlich geregelt wäre. § 188 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) sagt, dass die Vollendung des 28. Februars als Ablauftag gilt. Dies heißt, dass jemand, der am 29. Februar geboren ist, nach 18 Jahren am 1. März volljährig ist und nicht am 28. Februar.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen 29 tolle Februartage

Ihr W. Ziegler

 

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