Auf ein Wort

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Auf ein Wort

Liebe koi-Leserin, lieber koi-Leser,

ja, schon haben wir den zweiten Monat des Jahres 2022, den Februar. In vielen deutschen Regionen stellt er den Mittelpunkt der 5. Jahreszeit dar: Karneval, Fasching, Fasnacht, Fasnet. Leider werden wir auch dieses Jahr mit einem „Karneval light“ leben müssen, dennoch sollten sich die Jecken und Narren nicht vollends die Freude verderben lassen und im Rahmen der Bestimmungen feiern.

Ich möchte dies zum Anlass nehmen, mich etwas näher mit dem Sprichwort „Je-manden zum Narren halten“ zu beschäftigen. Die Bedeutung dieses Spruches ist uns klar: Jemanden zum Spaß täuschen, irreführen, anflunkern, auf den Arm nehmen, einen Bären aufbinden usw.- Der Spruch hat eine sehr lange Geschichte. Bereits in der Antike gab es die Figur des Spaßmachers, der sein Publikum unterhielt und dabei auch unangenehme Wahrheiten sagen durfte. Im Hochmittelalter erfuhr der Hofnarr eine Renaissance. Ja, es sind uns sogar Namen der Herren überliefert: Kunz von der Rosen bei Kaiser Maximilian oder Klaus von Ranstatt bei Kurfürst Friedrich von Sachsen.

Ausgerechnet ein Kleinwüchsiger (damals ungeniert Zwerg genannt) aus Tirol sollte aber an Bekanntheit und Berühmtheit alle übertreffen: Klemens Perkeo. Er war im 18. Jahrhundert Hofnarr bei Kurfürst Carl Philipp von der Pfalz in Heidelberg. Zwei Dinge machten in so berühmt, seine zum Teil deftigen Späße und seine enorme Wein-Trinkfreudigkeit. Er war ein Großer am Hofe und auch dementsprechend pompös gekleidet. Also nichts mit Narrenkappe und so. Der Legende nach trank Perkeo täglich bis zu 30 Liter Wein und konnte das große Weinfass mit 200.000 Liter auf einen Zug austrinken. Gestorben ist er allerdings an einem versehentlich getrunkenen Becher Wasser! Viktor von Scheffel hat ein langes Gedicht über ihn geschrieben. Die ersten Zeilen lauten: „Das war der Zwerg Perkeo im Heidelberger Schloss. An Wuchse klein und winzig, an Durste riesengroß.“ (Mehr dazu bei Karl-Heinz Götter: Eile mit Weile und unter www.schloss-heidelberg.de)

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen gesunden und auch (zumindest etwas) vergnüglichen Februar.
Ihr Werner Ziegler