Auf ein Wort

Auf ein Wort im August

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Auf ein Wort im August

Liebe koi-Leserin, lieber koi-Leser,

heute möchte ich mich wieder einmal unseren Sprichwörtern zuwenden. Ausgesucht habe ich solche zum Thema Lügen. Aus der Vielzahl hier nur eine kleine Auswahl:

„Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht und wenn er gleich die Wahrheit spricht.“

„An Lügen gewinnt man nicht, nur dass man ihm nächstens weniger glaubt.“ „Lügen haben kurze Beine“. „Ein Dieb ist nicht so böse wie ein Mensch, der sich zu Lügen gewöhnt.“ (Jesus Sirach)

Aus all den Sprüchen wird Folgendes deutlich: Es lohnt sich nicht zu lügen, man wird von der Wahrheit eingeholt. Eine einmalige Unwahrheit hat die Folge, dass man in Verruf kommt. Dies alles erinnert an den bekannten kategorischen Imperativ von Immanuel Kant: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ (Grundlagen zur Metaphysik der Sitten, 1785) Die Geschichte ist voll von großen Lügen „Sie täuschen, manipulieren und fälschen. Für die Macht ist manchen Herrschern alles recht.“ (ZDF-History)

Aus der leider sehr großen Auswahl von gewaltigen Lügen, nur folgende drei:

  • Die Lüge von der „Konstantinischen Schenkung“. Angelblich schenkte der römische Kaiser Konstantin dem Papst Silvester I. 315/317 große Teile seines Reiches. Es gibt eine Urkunde darüber. Leider ist diese gefälscht. Der Betrug fliegt auf – allerdings erst sieben Jahrhunderte später.
  • Die Lüge vom Angriff der Polen auf Deutschland. Hitler will den Krieg, aber nicht als Angreifer dastehen. Er behauptet deshalb, dass „von Polen heute Nacht zum ersten Mal auf unserem eigenen Territorium ….. geschossen wurde“. Der schreckliche 2. Weltkrieg beginnt mit einer Lüge!
  • Die Lüge vom Mauerbau. Die Älteren haben den Satz von Walter Ulbricht noch im Ohr: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.“ Das war am 15. Juni 1961. Am 13. August kam die Mauer.

Sicherlich können Sie diese Auswahl an Lügen noch verlängern.
Ich wünsche einen tollen Sommer, bleiben Sie wachsam und gesund,

Ihr W. Ziegler