Auf ein Wort

Auf ein Wort – Juli 2020

-
Auf ein Wort – Juli 2020

Liebe koi-Leserin, lieber koi-Leser,

zunächst muss ich Glückwünsche aussprechen: Zwar leicht verspätet, aber nicht weniger herzlich: Gratulation zu 10 Jahre koi! Lieber Baris, lieber Erik danke für Euer/unserer Geislinger Stadtmagazin. Geislingen wäre ärmer, wenn es dieses Heft nicht gäbe! Ihr habt eine gute Mischung aus Stadtinformationen, Berichten zu interessanten Themen, wiederkehrenden Beiträgen zu unterschiedlichsten Themen, praktischen Tipps, Ernstem, Humorvollem und nicht zu vergessen den allseits beliebten City Pics. (Wer sieht sich nicht gerne im koi abgelichtet?) Als Euer ehemaliger Professor bin ich mächtig stolz auf Euch. (Dies musste einfach mal gesagt werden!)

Die letzten Wochen waren natürlich von der Corona-Krise geprägt. Hoffen wir, dass wir von der viel beschworenen zweiten Welle verschont bleiben. Auch wenn es manchmal ganz schön schwerfällt, sollten wir die verbleibenden Auflagen unbedingt erfüllen. Dies nicht zuletzt im eigenen Interesse.

In Geislingen gab es noch ein anderes Thema: Aufstellen eines genehmigungsfähigen Haushalts. Dies bedeutete 15 Stunden Vorbereitung und 15 Stunden Gemeinderatssitzung, 300-seitige Sitzungsvorlage, akribische Suche nach allen möglichen Sparmaßnahmen, erbittertes Ringen um Lösungen. Nichts, weder große noch kleine Ausgabenblöcke sogenannter Freiwilligkeitsleistungen blieben außen vor. Und um es deutlich zu sagen (weil es diesbezüglich immer wieder totale Falschaussagen gibt): Die harten Sparzwänge haben gar nichts mit der Misere Michelberg-Gymnasium zu tun. Sie sind die Folgen einbrechender Steueraufkommen, namentlich der Gewerbesteuer. Die Corona-Krise hat das Ganze natürlich noch verschärft. Es mussten Entscheidungen getroffen werden, die sehr schmerzlich sind. Und glauben Sie mir, keinem von uns Stadträten ist z. B. die Schließung des Freibades leichtgefallen. Stundenlang haben wir darüber beraten, diskutiert, hin- und herüberlegt, verschiedene Szenarien entworfen. Angesichts der Sparzwänge und angesichts drohender Eingriffe der Genehmigungsbehörden blieb uns gar nichts anderes übrig als auch hier anzusetzen. Der gefundene Kompromiss, das Hallenbad offenzuhalten und das Freibad zu schließen, ist ein schmerzlicher Eingriff, der einstimmig beschlossen wurde. Ich verstehe die vielen teils heftige Reaktionen. Was ich allerdings nicht verstehe, sind unsachliche, ja menschlich verunglimpfende Angriffe. Ich hoffe, dass durch die Offenhaltung der Liegewiesen und des Planschbeckens wenigstens etwas Erleichterung eintreten kann.

Lassen wir den Kopf nicht hängen, blicken wir nach vorne und genießen wir den Juli!
Ihr W. Ziegler