Auf ein Wort

Prof. Dr. Werner Ziegler

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Prof. Dr. Werner Ziegler
Prof. Dr. Werner Ziegler

Liebe koi-Leserin, lieber koi-Leser,

Willkommen im November! Etwas verwirrend: Der Name bedeutet „neunter Monat“ (lat. novem = neun) und ist doch – wie wir alle wissen – der elfte Monat eines Jahres. Die Ursache dieser Verwirrung geht auf den römischen Kalender zurück. Nach diesem war der November tatsächlich der neunte Monat. Im Jahre 153 v. Chr. wurde der Jahresbeginn aber um zwei Monate vorverlegt. Damit ging die direkte Beziehung zwischen Name und Monatszählung verloren.

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In unserer Zeit ist der November vor allem ein Monat der Besinnung und des Gedenkens. Kein anderer Monat hat so viele Gedenk- und Erinnerungstage wie dieser. Heute möchte ich einen Tag im November herausstellen, der ohne Übertreibung der Schicksalstag der Deutschen ist. Es ist der 9. November. An diesem Tag geschah Bedeutendes, Weitreichendes, aber auch Schlimmes und Schreckliches.

Der Reihe nach:
1848: Robert Blum, der Führer der gemäßigten Linken in der Frankfurter Nationalversammlung und großer Aktivist in der Deutschen Revolution 1848/49 wird in Wien hingerichtet.

1918: Zwei Tage vor Ende des Ersten Weltkriegs ruft Philipp Scheidemann die Erste Deutsche Republik aus.

1923: Hitlerputsch in München scheitert. Hitler marschiert mit Ludendorff, Göring und weiteren Putschisten auf die Feldherrnhalle zu. Sie werden von der Polizei aufgehalten und beschossen.

1938: Reichsprogromnacht; unfassbare Gewaltorgie gegen Juden – Synagogen, Gebetshäuser und jüdische Geschäfte brennen, 400 Menschen fwerden getötet

1989: Fall der Berliner Mauer.
Die 40 Jahre andauernde unmenschliche Trennung in Ost und West fand ein Ende. Und dies ohne Blutvergießen – eine wahrlich friedliche Revolution! Die
Berliner Zeitung titelt: „Nun danket alle Gott.“

Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit, die auch etwas Raum zum Nachdenken und Erinnern gibt.

Ihr W. Ziegler

 

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