Interview

Interview mit Wilhelm Schröter

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Interview mit Wilhelm Schröter
Fitnessstudiobesitzer aus Hamburg

Interview mit Wilhelm Schröter

Abitur am Helfenstein-Gymnasium, Diplom an der Hochschule in Geislingen, erster Kontakt mit Hanteln im damaligen Fitness-Studio in Gosbach – mittlerweile vier eigene Premium-Studios in Hamburg …

Hallo Willi, ich erinnere mich noch gut an unseren ersten „Gehversuche“ als Jugendliche im Sportstudio in Gosbach, mittlerweile bist du eine Koryphäe im Fitnessbereich, der es alleine ganz nach oben geschafft hat!

// Ob Ralf Möller oder andere Hollywoodgrößen, die in Hamburg wohnhaft oder beruflich dort sind, alle kommen zu dir. Warum? Welches Alleinstellungsmerkmal haben deine Studios?
ELBGYM steht für hartes Training, CrossFit und ein ansprechendes Design. Diese Kombination gab es vorher so nicht: Traditionell finden sich performancelastige Clubs meistens eher im Discounterbereich, während höherpreisige Clubs den Fokus meist auf Wellness legen und trainingstechnisch eher wenig zu bieten haben. Insofern schließen unsere Clubs diese Lücke. Dazu bieten wir auch noch ein besonderes Betreuungskonzept, sodass unsere Mitglieder ihre Ziele auch wirklich erreichen können.

// Wie ist die Geschichte von ELBGYM und wie schwierig war der Weg dahin?
Das erste ELBGYM wurde 2012 am Gorch-Fock-Wall gegründet. Schon damals war es unser Ziel, sich als performanceorientierter Club mit ansprechendem Design in Deutschland durchzusetzen. Das ist es uns seitdem gut gelungen und wir sind auf inzwischen vier Standorte gewachsen.

// Du hast deine Studios von Anfang an im Premiumsegment angesiedelt und durftest dir mit Sicherheit anhören, dass dieser Bereich bereits ausgeschöpft ist und die Zukunft den Billig-Ketten gehört. Wieso hast du dich dennoch für Premium und gegen Discount entschieden?
Premiumclubs bieten gegenüber Discounterclubs den Vorteil, dass schon eine relativ geringe Mitgliederzahl zu einer ordentlichen Rendite führt. Mal abgesehen davon, habe ich mich auch so entschieden, weil das ELBGYM immer schon ein Club sein sollte, mit dem ich mich identifizieren kann und in dem ich selbst gern trainieren würde.

// Was sind deine Wachstumsziele?
In den nächsten Schritten soll ELBGYM in weitere deutsche Metropolen expandieren: Frankfurt, Köln, Berlin. Später werden wir uns dann auch kleinere Städte von einer Größe von 100.000 Einwohnern vornehmen.

// Die Fitness First Germany Holding hat 100 Prozent der Anteile von ELBGYM übernommen und will weiter mit ELBGYM wachsen. Herzlichen Glückwunsch dazu! Was war das für ein Gefühl, als der „Platzhirsch“ im Premiumsegment auf dich zukam und euch anbot, unter dem Dach von Fitness First als eigenständige Marke eine Partnerschaft auf Augenhöhe führen?
Wenn eine etablierte Marke wie Fitness First Interesse an einem hat, zeigt das natürlich, dass man irgendwas richtiggemacht haben muss. Gleichzeitig war es mir von Vornherein wichtig, dass ELBGYM ‚ELBGYM‘ bleibt: Ich habe viel Arbeit und Herzblut ins ELBGYM gesteckt; da war es mir wichtig, mich nicht zu „verkaufen“.

// Wie sieht das typische elbgym-Mitglied aus?
Das typische ELBGYM-Mitglied ist bereist relativ sportlich und legt hohen Wert auf Fitness, die eigene Optik und ein stilvolles Ambiente. ELBGYM-Mitglieder gehören, obwohl sie noch recht jung sind, zu den Besserverdienern, oder aber, ihnen ist Sport so wichtig, dass sie bereit sind, dafür mehr auszugeben.

// Dass Sport und Bewegung gut für den Menschen sind, ist längst belegt. Kinder, die sich mehr bewegen, erzielen beispielsweise bessere schulische und später akademische Erfolge. Was sind die typischen Anfängerfehler im Fitnessstudio?
Viele Anfänger machen den Fehler, dass sie sich übernehmen, zu schnell zu doll loslegen und so den Spaß verlieren. Viele erwarten auch zu schnell Ergebnisse und sind enttäuscht, wenn die Waage zuhause nicht direkt nach einer Woche harten Trainings weniger anzeigt. Wir führen deshalb jedes Quartal Körpermessungen durch und erstellen einen neuen Trainingsplan. So lässt sich Fortschritt langfristig beobachten und es ist leichter, dranzubleiben.

// Was ist aus sportmedizinischer Sicht besser: reiner Kraftraum oder betreute Kurse wie etwa Pilates, Rückentraining und Bauch-Beine-Po?
Von Kursen wie Pilates und Bauch-Beine-Po halte ich nicht viel; das sind leider oftmals ineffiziente Beschäftigungstherapien, die nicht zum Ziel führen. Oftmals sind Kurse auch so stark ausgelastet, dass nicht auf die technische Ausführung geachtet wird und sogar Verletzungsgefahr besteht. Bei uns sind Kurse deshalb auf 8-10 Teilnehmer begrenzt – so hat der Trainer alle im Blick. Wenn das gewährleistet ist, können Kurse eine Möglichkeit sein, Bewegungsabläufe wie beim CrossFit oder Weightlifting richtig zu erlernen, und es wird eine Art Verbindlichkeit geschaffen, auch wirklich zum Training zu kommen.

// Wie oft praktizierst du selbst Sport im Studio?
Für mich gehört das morgendliche Training zum Tag wie Zähneputzen. Zu Ruhetagen muss ich mich meistens regelrecht zwingen.

// Wie beurteilst du die Zukunft der Branche generell in Deutschland?
In den letzten Jahren ist die Zahl der Mitglieder in den deutschen Fitnessstudios gestiegen und auch das Interesse an Fitness, Gesundheit und einem jugendlichen Aussehen steigt weiterhin. Der Markt ist also noch lange nicht erschöpft. Um sich gegen die vielen Konkurrenten in der Branche durchzusetzen, wird es weiterhin wichtig sein, sich zu positionieren und ein klares Ziel zu verfolgen.

Ganz herzlichen Dank für dieses Interview und weiterhin viel Erfolg.