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40 Jahre Kahlensteiner Höhlenverein e.V.

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40 Jahre Kahlensteiner Höhlenverein e.V.

Bad Überkingen

„Umgeben von Bergen und Felsen bieten sich hier im Umkreis von Bad Überkingen und Geislingen hervorragende Möglichkeiten, unser Hobby, die Höhlenforschung auszuüben.“ Der Kahlensteiner Höhlenverein Bad Überkingen wurde bereits im Jahr 1980 als Nachfolgeverein der Arge Höhlenfreunde Kahlenstein gegründet und hat derzeit 55 Mitglieder. Das Forschungsgebiet erstreckt sich überwiegend am Albtrauf entlang – vom Eybtal im Osten bis nach Wiesensteig am Ende des oberen Filstales im Westen – und auf die angrenzenden Gebiete der Albhochfläche.

„Neben der Betreuung der östlich von Bad Überkingen gelegenen Kahlensteinhöhle sind wir hauptsächlich mit der im Jahre 1996 entdeckten Laierhöhle bei Geislingen-Weiler beschäftigt. Durch die Größe dieses Karstobjektes sind wir bis heute mit den Forschungen in der Höhle tätig. Der Verein kann heute mit Stolz bereits auf 40 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken. Forschungsschwerpunkte in den Anfangsjahren des Vereins waren die Kahlensteinhöh le bei Bad Überkingen und dann ab dem Jahre 1996 die durch Zufall bei einem Hausbau entdeckte Laierhöhle in Geislingen-Weiler.

Amphitheater

Das Jahr 2016 war für den Verein sehr bedeutend. Er konnte auf 20 Jahre Forschung in der Laierhöhle zurückblicken. Zu diesem Anlass wurde ein 195 Seiten starkes Jubiläumsbuch mit dem Titel „20 Jahre Laierhöhle“ veröffentlicht, in dem die kompletten Forschungen der letzten 20 Jahre mit vielen Berichten, Bildern und Plänen dokumentiert wurden. Dazu zählen neben den Raumbeschreibungen und Vermessungsplänen auch wissenschaftliche Beiträge zur Geologie, Biologie, Paläontologie sowie der Landschafts- und Flussgeschichte. Auch Phänomenen wie einem für die meisten Albhöhlen außergewöhnlich hohen CO2 – Gehalt der Höhlenluft sowie mysteriösen, mikroskopisch kleinen Metallkügelchen wurde auf den Grund gegangen.

Nibelungenschacht

Einer der größten und bedeutendsten Karstobjekten der Schwäbischen Alb

Dass die Laierhöhle heute zu den größten und bedeutendsten Karstobjekten der Schwäbischen Alb zählt, ist vor allem der Familie Müller als Grundstückseigentümer und natürlich den fleißigen Mitgliedern des Vereins zu verdanken. Mehr als 2000 Arbeitsstunden wurden allein für den 6 Monate dauernden Ausbau des Höhleneinstiegs von den Mitgliedern erbracht. Erst danach, im Januar 1997, konnte mit den ersten Forschungs- und Vermessungsarbeiten begonnen werden. „In der sogenannten Oberen Etage kamen wir mit der Erkundung und Vermessung zunächst recht gut voran. Dies änderte sich dann aber schlagartig als wir feststellten, dass sich die Höhle überwiegend in die Tiefe fortsetzt.“ So manche schwierige Versturzzone musste freigeräumt und aufwendige Sicherungen eingebaut werden.

Dabei motivierte es das Team immer wieder, wenn es nach solchen Versturzbereichen offene Fortsetzungen entdeckte. Schließlich erreichten die Damen und Herren im Jahr 2002 im Höhlenteil „Albabstieg“ eine für Albverhältnisse rekordverdächtige Tiefe von -127 Meter. Längere Zeit war die Laierhöhle damit die tiefste Höhle der Alb. Heute, nach 20 Jahren, ist der Verein mit seinen Forschungsarbeiten überwiegend im Höhlenteil „Geheimer Abgrund“ tätig, um auch hier noch die restlichen offenen Teile zu vermessen. Die aktuelle Gesamtlänge der Laierhöhle beträgt nun 2739 m. Dabei erinnern die Gangverläufe der Höhle im 3D-Bild an ein verzweigtes Wurzelwerk eines gigantischen Baumes und finden in einem Würfel von etwa 250 m Kantenlänge Platz. Und wer weiß? Mögliche Fortsetzungen könnten hinter jedem Felsbrocken warten…

Weitere Infos zum Verein, der Kahlensteinhöhle und der Laierhöhle erhaltet ihr über www.kahlenstein.de.