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David Viehmann mit dem „Pilzgen“

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David Viehmann mit dem „Pilzgen“
Waldkobold

David Viehmann mit dem „Pilzgen“

Wer in den Wäldern des Göppinger Raums unterwegs ist, hat gute Chancen, auf einen echten Waldkobold zu treffen. David Viehmann, auch bekannt als Dave, der Waldkobold, zieht es fast täglich hinaus in die Wälder und zu den Pilzen, eine seiner Leidenschaften.

Mit Wurzeln in der Tschechischen Republik wurde ihm das „Pilzgen“ auch sozusagen in die Wiege gelegt. Inzwischen ist er rund um Göppingen für seine Pilzführungen bekannt, bei denen auch das Wissen um den Wald und seine Bewohner im Allgemeinen nicht zu kurz kommt. „Ich finde es wichtig, dass das alte Wissen um den Nutzen und die Gefahren unserer Pilze nicht in Vergessenheit gerät“, sagt der 44jährige. „Zudem liefert uns die Wissenschaft immer neue Erkenntnisse über die Inhaltsstoffe und Wirkungsweisen von Pilzen, so dass auch altbekanntes Wissen stets in Frage gestellt werden muss.“ Ein gutes Beispiel ist hier z.B. die Nebelkappe, die früher als guter Speisepilz galt und oft verzehrt wurde.

 

Heute wird dieser Pilz von vielen offiziellen Stellen nicht mehr als bedenkenlos essbar eingestuft. Grund dafür sind Hinweise auf mögliche schädliche Auswirkungen durch einen seiner Inhaltsstoffe, das toxische Nebularin. Bei Versuchen an Mäusen zeigte der Pilz eine genverändernde Wirkung. Da zudem bekannt ist, dass manche Personen empfindlicher auf diesen Pilz reagieren als andere, sollte man besser auf das Sammeln der Nebelkappe verzichten.

Immerhin ist die Auswahl an essbaren Pilzen in unserer Gegend nicht gerade klein. Neben den bekanntesten Pilzen wie Steinpilzen, Maronen, Pfifferlingen und Winterpilzen, wie z.B. dem Austernpilz, gibt es z.B. noch die Totentrompeten, Semmelstoppelpilze, Trompetenpfifferlinge und Parasol-Pilze, um nur einige zu nennen. Nur sollte man sich bei der Bestimmung absolut sicher sein, bevor die Funde in der Pfanne verschwinden. Alte Legenden, die behaupten, dass sich eine mitgekochte Zwiebel bei Anwesenheit eines Giftpilzes blau färbe, sind leider nicht wahr, auch wenn sie noch erschreckend häufig zu hören sind.

„Die meisten Pilzvergiftungen sind übrigens nicht auf wirklich giftige Pilze zurückzuführen, sondern auf den Verzehr zu alter oder falsch gelagerter Pilze, was als sekundäre Pilzvergiftung bezeichnet wird“, klärt Dave auf. Die Eiweiße in den Pilzen sind relativ instabil und zersetzen sich schnell, was zu schweren Magen- und Darmbeschwerden führen kann. Transport oder Lagerung in Plastiktüten kann diesen Vorgang stark beschleunigen, so dass bereits nach wenigen Stunden die Eiweiße denaturieren und bei anschließendem Verzehr die Gefahr einer Eiweißvergiftung besteht. Wer sich Daves zuverlässiger Führung anvertraut, lernt jedoch nicht nur essbare und sogar Heilpilze kennen. „Nur wer die giftigen Pilze zuverlässig erkennt, kann auch sicher sein, dass nur wirklich essbare Pilze auf dem Teller landen“, erklärt Dave.

Trotz seines großen Pilzwissens isst Dave selbst nur selten seine Funde. „Mir schmecken nur einige Pilzarten wirklich gut. Es geht auch weniger um das Sammeln und Essen als mehr um das Entdecken und Kennenlernen der faszinierenden Pilzwelt. Kennt Ihr das größte Lebewesen auf der Erde? Es ist tatsächlich ein Pilz und zwar der Hallimasch, der sich unterirdisch über 9 Quadratkilometer erstreckt. Und habt ihr schon einmal vom duftenden Schneckling gehört? Oder vom fransigen Wulstling, dem Lila Lacktrichterling, dem Igel-Stachelbart oder der Säufernase? Nein? Dann sollten Sie mich vielleicht auf einer meiner Exkursionen begleiten.“

Zu finden ist Dave auf Facebook unter dem Namen „Dave Cattleman, der Waldkobold“ oder unter David.Viehmann@Yahoo.de.