koi stellt vor

#FridaysForFuture Geislingen

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#FridaysForFuture Geislingen
Streiken für die Zukunft

#FridaysForFuture Geislingen

Will man beschreiben, was #FridaysForFuture ist, kann man verschiedene Ansätze wählen, vermutlich muss man es aber mit allen probieren, um wirklich zu verstehen, was die Jungs und Mädels machen und wer sie sind.

Um mit dem Simpelsten zu beginnen: FridaysForFuture ist eine in Schweden von Greta Thunberg gestartete Schülerinnen- und Schülerbewegung, welche das Ziel hat, die Regierungen der Welt davon zu überzeugen, mehr Klimaschutz zu betreiben. International läuft das ganze dann unter verschiedenen Namen, wie eben FridaysForFuture, Klimastreik, climatestrike oder schoolstrikes4climate.

„Den kritischsten Punkt habe ich jetzt hier mal gekonnt rausgelassen. Die Streiks finden nämlich in der Schulzeit statt. Dramatisch, ich weiß, Schüler verpassen also an manchen Freitagen ganze zwei Stunden Schule. Wenden wir diese unglaublich dramatische Situation und Verletzung der hochheiligen Schulpflicht also auf Geislingen an, sind seit beginn der Proteste an ganzen zwei Terminen für knapp 300 Schüler insgesamt jeweils vier Stunden weggefallen – Nachhilfeanbieter können vermutlich schon Rekordzahlen verzeichnen, weil so viele Schülerinnen und Schüler den verpassten Stoff nachholen müssen. Aber Spaß bei Seite, der Fokus sollte ganz klar nicht auf dem ‚Schwänzen‘ liegen, sondern auf dem Thema an sich. Niemand würde uns Schülerinnen und Schülern zuhören, wenn wir an einem Samstag auf die Straße gehen würden, nur dadurch, dass wir polarisieren, sind die Proteste so allgegenwertig in den Medien.“

Deswegen hier nochmal zusammengefasst: Warum nehmen die Schülerinnen und Schüler eigentlich ihr Grundrecht auf Versammlungsfreiheit wahr und gehen auf die Straße? Um für eine lebenswerte Zukunft zu kämpfen, ohne vom Meer verschluckt, von Klimaflüchtlingen überrannt oder im Sommer durch die Sonne verbrannt zu werden. Klingt eigentlich ganz plausibel, oder?

„Wie wir das ganze organisieren? Natürlich durch russische Agenten, welche uns finanzieren und die westliche Wirtschaft schwächen wollen. Klingt absurd, habe ich allerdings so in den letzten Wochen schon öfter gelesen oder gehört. In Wirklichkeit ist das ganze aber ein wenig langweiliger: Jede Schülerin und jeder Schüler heutzutage hat vermutlich Whatsapp, genau aus diesem Grund passiert auch das meiste darüber.“ In jeder Ortsgruppe, also jeder Stadt, in welcher Streiks stattfinden, gibt es zwei Delegierte, welche sich in deutschlandweiten Gruppen mit anderen Organisatoren austauschen können. Da wird über gemeinsame Großtermine, gemeinsame Grundsatzforderungen und andere wichtige Dinge geschrieben, um so geeint wie möglich auftreten zu können, denn das Ziel, das alle Mitglieder verfolgen, ist klar: Mehr Klimaschutz!

„Sind wir also alle im Wald lebende Veganer, welche einen Netto CO2 Ausstoß von 0 haben? Nein. Auch wir sind nur ganz normale Menschen, die manchmal, wenn sie spät dran sind sogar mit dem Auto zur Schule gefahren werden – und von manchen Streikenden hab ich sogar gehört, dass sie schon mal einen Coffee ToGo-Becher in der Hand hatten. Das disqualifiziert uns aber nicht, für eine neue Klimapolitik zu streiken. Natürlich ist es wichtig, dass jeder in seinem Alltag seinen Konsum überdenkt und etwas verändert, aber der Verzicht auf ein normales Leben ist keine Forderung von uns. Wir wollen, dass sich das Große ändert und die fossilen Energien eine Sache der Vergangenheit werden.

Wir sind der Meinung, dass wir das schaffen, dieses Mal sogar so gut, dass auch der letzte Kritiker überzeugt ist!