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Gasversorgung in Geislingen

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Gasversorgung in Geislingen

130 Jahre

Die Geschichte der Gasversorgung beginnt in der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert. Sie ist somit einige Jahrzehnte älter als die der Stromversorgung, die erst Ende des 19. Jahrhunderts einsetzt. Treibende Kraft war aber bei beiden dasselbe Bedürfnis: Man wollte nicht mehr im Dunkeln sitzen und gezwungenermaßen schlafen gehen, wenn die Sonne untergegangen war. Natürlich ließ sich schon seit langem die Zukunft etwas vertreiben, indem man Kienspäne oder Kerzen anzündete. Neuerdings gab es auch Lampen, die mit Rüböl oder Spiritus betrieben wurden. Diese Lichtquellen waren aber ziemlich unnachgiebig. Sie lieferten nur wenig Helligkeit, mussten nachgefüllt und beaufsichtigt werden. Außerdem waren sie so teuer, dass der Großteil der Bevölkerung äußerst sparsam mit ihnen umgehen musste.

Maichle Betsattung Geislingen

Das Licht der Gasflammen war nicht nur heller, sondern auch einfacher zu handhaben. Die ersten deutschen Städte mit Gasbeleuchtung/Gasversorgung waren Hannover (1825) und Berlin (1826). Es sollte also noch ein wenig dauern, bis das Licht bei uns Einzug erhielt. 1890 aber änderte sich auch das Leben der Menschen in Geislingen für immer. Die moderne Gasversorgung brachte das Licht in die Straßen Geislingens und beschleunigte die Industrialisierung in der Region. Die Fabriken waren nun auch nachts in Betrieb und steigerten die Produktion. Menschen zogen in die Städte und der Energieverbrauch stieg in ungeahnte Höhen – es war der Beginn eines neuen Zeitalters.

Der „trübe Schein von knapp 50 Petroleumlampen beleuchtete Ende des 19. Jahrhunderts die Geislinger Straßen“.

So sah es der städtische Chronist im Jahre 1881. Die Fünftälerstadt war in der Frage der Gasversorgung gespalten. Es gab die Skeptiker, die dem Energielieferanten Gas kritisch gegenüberstanden und die Befürworter, die das Gas als logischen Schritt auf dem Weg in eine moderne, technisierte Gesellschaft sahen. Wie in vielen anderen Städten war es auch in Geislingen die Industrie, die auf eine Lösung drängte. Am 12. Dezember 1889 beschlossen die Stadtväter eine Gasfabrik am Eybacher Vicinalweg neben dem Eisenbahndamm zu errichten. So war der Weg für eines der modernsten und leistungsfähigsten Gaswerke Württembergs frei.

In den 130 Jahren, in denen Geislingen mit Gas versorgt wird, hat sich viel geändert: Das Gaswerk wurde ständig erneuert und erweitert. 1963 stieß man in Geislingen an die Leistungsgrenze und stellte die Gaserzeugung zugunsten der Versorgung mit Ferngas ein. Nur sechs Jahre später erfolgte der Wechsel zum Erdgas. Anlässlich des 125. Geburtstags hat die Agentur D.I.E. Firmenhistoriker GmbH aus Aalen die Geschichte aufgearbeitet und das Jubiläumsbuch „125 Jahre Gas in Geislingen“ verfasst. D.I.E. Firmenhistoriker bringen dabei interessante historische Anekdoten und Fakten aus den Archiven und Kellern ans Tageslicht. Dieses Buch beleuchtet den Weg des Geislinger Gaswerks und gibt dabei Einblicke, wie das Gas das Leben der Menschen verändert.

EVF Verwaltungsbüro Geislingen
EVF Verwaltungsbüro Geislingen

Abriss des Verwaltungsgebäudes in Geislingen

Wir haben den netten Damen und Herren der Energieversorgung Filstal GmbH & Co. KG in Göppingen zum momentanen Abriss des Verwaltungsgebäudes in Geislingen geschrieben und ruck zuck kam dabei folgende Antwort zurück. „Im Zuge von Restrukturierungsmaßnahmen durch die aufkommende Ferngasversorgung wurde das Verwaltungsgebäude von den Stadtwerkne Geislingen im Jahr 1961 erbaut. Gleichzeitig wurden damals die vorhandenen aber zu klein gewordenen Lagerhallen ersetzt.

Durch den Zusammenschluss der Erdgassparten der Geislinger und Göppinger Stadtwerke im Jahr 1981 zur Gas-Versorgungsgesellschaft Filstal (GVF) und ab dem Jahr 2003 zur Energieversorgung Fils (EVF) wurden bis vor Kurzem mehrere Verwaltungssitze des Unternehmens unterhalten. Durch betriebswirtschaftliche Vorgaben infolge der Regulierung der Energiemärkte, ist die EVF aus Kostengründen gehalten, Synergien zu heben und Schnittstellen abzubauen. Mit Fertigstellung des Verwaltungsneubaus in Göppingen an der Großeislinger Straße werden alle Funktionen der EVF an diesem Standort konzentriert, die Standorte im Stauferpark in Göppingen und an der Heidenheimer Straße in Geislingen werden aufgegeben.

Eine Teilfläche des EVF-Geländes in Geislingen wird an die Stadt Geislingen vermietet, ein Großteil der Garagen bleibt erhalten. Die Lagerflächen sind derzeit schon an den örtlichen Stromnetzbetreiber zur Lagerung von Straßenbeleuchtungsmasten verpachtet.“

Merci dafür!