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Kolpingsfamilie Geislingen seit 1895

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Kolpingsfamilie Geislingen seit 1895

Auch in Zeiten von Corona in Geislingen aktiv

„Eine Traditionsveranstaltung der Kolpingsfamilie ist das jährlich stattfindende Krautessen. Auch in diesem Jahr wird das seit 1955 ununterbrochen durchgeführte Krautessen stattfinden. Am 15. November werden wir wie jedes Jahr für unsere Gäste hunderte Gerichte zubereiten.“ Unter Corona leider mit der notwendigen Einschränkung, dass wir die Gerichte nur zum Mitnehmen nach Zuhause anbieten werden – also sozusagen ein „Krautessen to go“!

Die im Jahr 1895 gegründete Kolpingsfamilie in Geislingen ist der örtliche Verein des Kolpingwerkes Deutschland in Köln und sieht sich als eine Aktionsgemeinschaft im sozialen Leben, die mit dem Motto „verantwortlich leben, solidarisch handeln“ die Zielsetzungen Adolph Kolpings aufgreift, sich als guter Christ in Familie, Beruf und Arbeitswelt, Staat und Gesellschaft zu bewähren. Wer aber war Gründervater Adolph Kolping?

Der Lebensweg des Adolph Kolping (1813-1865) war keineswegs gradlinig. Kolping war ein Mann mit Ecken und Kanten. Er kam von ganz unten. Als 4. Kind eines Schäfers, 25 km von Köln entfernt in Kerpen geboren, wächst Adolph Kolping in sehr bescheidenen Verhältnissen auf und erlernt das Schuhmacherhandwerk. Zehn Jahre arbeitet er in diesem Beruf, ringt aber mit der Entscheidung, sein bisheriges Leben aufzugeben und Priester zu werden.

Bewältigung persönlicher Nöte und sozialer Probleme.

Im Alter von 23 Jahren wagt er den ungewöhnlichen Schritt. Nach Gymnasium und Theologiestudium empfängt er am 13. April 1845 in der Kölner Minoritenkirche die Priesterweihe. Als Kaplan in Wuppertal lernt er den von Johann Gregor Breuer gegründeten Gesellenverein kennen und wird 1847 dessen Präses. In diesem Zusammenschluss von Gleichgesinnten erkennt Kolping ein geeignetes Mittel zur Bewältigung persönlicher Nöte und sozialer Probleme.

Er verschloss Augen und Herz nicht vor der Armut und den existenziellen Sorgen seiner Mitmenschen. Und er wollte die Verhältnisse mit Nachdruck verändern. Heute wird Kolping als eher betulich scheinender ‚Gesellenvater‘ wahrgenommen. Tatsächlich aber war er Erneuerer seiner Kirche. Immer wieder probierte er zeitgemäße und damit auf seine Umgebung revolutionär wirkende Mittel und Wege aus, um seinen Mitmenschen – wohlgemerkt allen Menschen und nicht nur Katholiken – zu helfen, mit eigener Kraft aus ihrem sozialen und psychischen Elend herauszufinden. Innerhalb weniger Jahre gelingen ihm zahlreiche Neugründungen. Die ersten Vereine schließen sich 1850 zum Verband zusammen. Bis zu seinem Tod am 4. Dezember 1865 entstehen mehr als 400 Gesellenvereine in Deutschland und vielen Ländern Europas.

1991 wird er durch Papst Johannes Paul II. selig gesprochen. Dieses christliche Familiendenken ist es, was die Kolpingbewegung in die moderne heutige Zeit mitgenommen hat. Deshalb gibt es die Bewegung bis zum heutigen Tag. In ganz Deutschland und vielen anderen Ländern mit zahllosen Hilfsangeboten.

Über 100 Mitglieder

Kolpingsfamilie Geislingen
Kolpingsfamilie Geislingen

„Wir in Geislingen bieten unseren Gästen und den über 100 Mitgliedern vielfältige Möglichkeiten sich einzubringen. Durch ein Engagement bei unseren Recycling-Aktionen für gebrauchte Handy`s und Schuhe, dem Mitwirken bei unseren Abteilungen, wie der Frauengruppe, dem seit 45 Jahren aktiven Männerchor oder mit der Teilnahme an einer unserer Veranstaltungen, wie dem erst kürzlich, aus Anlass der „Fairen Woche“ am 23. September veranstalteten Vortrag: „Global handeln, fairer Handel in Geislingen“.“

Das Vereinsheim, das Kolpinghaus am Türkheimer Berg, lädt neben den mittwöchentlichen Vereinsveranstaltungen an den Sonntagen auch jeden zur Einkehr ein. „Mit dem Spendenerlös aus dem diesjährigen Crowdfunding-Projekt der Voba Göppingen können wir bis zum nächsten Jahr den Kinderspielplatz auf unserem Vereinsgelände erneuern.“

Auf der Homepage https://vor-ort.kolping.de/kolpingsfamilie-geislingen-steige/ könnt ihr euch über alle laufenden Aktivitäten informieren.

Danke an Gerhard Keifebhein und  Ulrich Drexler für den Input.