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Speise- oder Giftpilz?

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Speise- oder Giftpilz?
Pilzberater Daniel Schuster aus Kuchen

Speise- oder Giftpilz?

Wer sich beim Pilzesammeln unsicher, ist fragt besser jemanden, der sich damit auskennt, sonst kann die Mahlzeit schnell gefährlich werden. Helfen kann hierbei Daniel Schuster, einer von ca. 500 geprüften Pilzberatern der DGfM (Deutsche Gesellschaft für Mykologie) in Deutschland und wohnhaft in Kuchen.

Schon von klein auf faszinierte ihn die Vielfalt unserer Natur und so entdeckte er durch seinen Vater schon recht bald die Freude am Pilzesammeln. Vor einigen Jahren entschloss er sich dann, die Sache etwas professioneller anzugehen und sich über private Ausbildungen zum Pilzsachverständigen ausbilden lassen. Bei dieser ehrenamtlichen Tätigkeit geht es hauptsächlich darum, den Speisewert oder die Giftigkeit der ihm vorgelegten Pilze zu bestimmen. „Außerdem bin ich für den deutschlandweiten Giftnotruf als Berater für Ärzte, Krankenhäuser und Patienten bei Vergiftungsfällen tätig.“ Insgesamt gibt es in Deutschland ca. 12.000 verschiedene Pilzarten (vermutet werden weitaus mehr), wovon gerademal ca. 200 als essbar gelten. Etliche sind ungenießbar, ein paar wenige wie zum Beispiel der „Grüne Knollenblätterpilz“ sogar tödlich giftig.

Durch Unachtsamkeit kommt es jedes Jahr erneut zu einigen Vergiftungsfällen, meist zum Glück recht harmloser Natur, manchmal aber auch mit tödlichem Ausgang. „Deshalb rate ich jedem, der gerne Pilze sammelt und sich nicht hundertprozentig sicher ist, was er da ins Körbchen packt, seinen Fund kontrollieren zu lassen.“ Meist führen die Pilze eher ein Schattendasein in unserem Bewusstsein, doch wie wir heute wissen, spielen sie eine sehr wichtige Rolle in unserem Ökosystem. Pilze vernetzen Wälder, helfen uns bei Krankheiten (Antibiotika) und auch unser Bier wäre ohne Pilze eine alkoholfreie Brühe. Wer mehr zum Thema Pilze erfahren möchte, darf sich gerne auf seiner Homepage unter www.wald-wunder.de umschauen, dort findet ihr auch viele schöne Bilder. „Gerne könnt ihr mich auch einfach anrufen (07331-9772948). Ich freue mich immer mein Wissen teilen zu dürfen. Zudem werde ich am 19.10 im Haus der Familie in Geislingen einen Vortrag über unsere heimischen Pilze halten. Im Anschluss findet eine kleine Exkursion auf der Alb statt.“

Übrigens: Wenn nach regenreichen Tagen im Herbst die Sonne scheint, dann schießen geradezu über Nacht die Pilze aus dem Boden. Aber: Das, was du da über der Erde siehst, ist nur ein ganz kleiner Teil. Das wahre Leben der Pilze findet im Geheimen statt. Unterirdisch oder in toten Bäumen breiten sie sich heimlich aus – manchmal über Kilometer hinweg.

Pilze brauchen kein Sonnenlicht, um zu wachsen. In Geflechten aus weißen Fäden breiten sie sich unterirdisch aus. Diese Geflechte nennt man “Mycelien” und sie können riesig werden. Manche Pilze sind unter der Erde mehrere Kilometer groß – über der Erde erscheinen aber nur die kleinen Fruchtkörper, die wir oft als “Pilze” bezeichnen. In ihnen sitzen die Sporen der Pilze, die sich nur überirdisch verbreiten können.

Sind Pilze eigentlich Pflanzen oder Tiere? Obwohl Biologen sie Jahrhunderte lang zum Reich der Pflanzen zählten, gehören sie dort nicht hin. Pilze enthalten nämlich kein “Chlorophyll”. Das ist der Stoff, der die Pflanzen grün färbt und ihnen hilft, aus Sonnenlicht, Wasser und Kohlendioxid Zucker und Sauerstoff herzustellen. Diesen Vorgang nennt man “Photosynthese” und er ermöglicht es den Pflanzen ihre Nahrung selbst herzustellen. Als Abfallprodukt fällt dabei unser geliebter Sauerstoff an. Pilze machen da nicht mit – sie ernähren sich wie Tiere von lebendem oder totem organischem Material. Mit Hilfe von Enzymen wird die Nahrung in ihre Bestandteile zersetzt und steht ihnen dann als Energie zur Verfügung. Dabei kommen sie ganz ohne Verdauungstrakt aus, ihre Verdauung findet quasi außerkörperlich statt indem sie die Enzyme abgeben und anschließend die zersetzten Bestandteile durch ihr Mycel aufnehmen.

Tiere sind sie aber auch nicht, denn obwohl sie sich von organischen Stoffen im Boden ernähren, fehlen ihnen andere wichtige Merkmale der Tiere. Deshalb haben die Wissenschaftler für die Pilze kurzerhand ein neues Reich geschaffen – das Reich der Pilze und Flechten.