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Masern und andere Infektionskrankheiten

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Masern und andere Infektionskrankheiten
Geislinger Apotheker Dr. Welte klärt auf

Masern und andere Infektionskrankheiten

Das Corona Virus Covid 19 ist zur Zeit weltweit der Renner in unseren Nachrichten. Einen Impfschutz gegen diese Corona Viren gibt es bis heute noch nicht. Das anfängliche Verschwiegen dieser Krankheit durch den chinesischen Regierungs-Apparat ließ sich schon nach kurzer Zeit durch die rapide angestiegenen Erkrankungszahlen nicht länger aufrechterhalten, bis letztendlich auch die Partei-Ideologen zum Handeln gezwungen wurden.

Der chinesische Arzt Li Wenliang, der im Dezember 2019 erstmals vor dieser Epidemie gewarnt hatte, wurde damals von den Behörden sofort mundtot gemacht. Sein eigener Tod an dieser Virus-Infektion machte ihn zu einer Symbol-Figur. Allein ein intaktes Immunsystem erscheint zur Zeit entscheidend, ob man diese Krankheit lebend übersteht – oder eben nicht. Erst seit wenigen Jahren ist die Welt durch das Internet vernetzt.

Informationen sind von jedermann jederzeit abrufbar – Falschinformationen eingeschlossen. Starben weltweit vor 200 Jahren vor ihrem 5. Geburtstag noch 43 % aller Kinder, so liegt diese Zahl heute nur noch bei 4 %. Das Wissen um die Gesundheit hat in diesen 200 Jahren einen ungeahnten Aufschwung erlebt. Die Erforschung von Bakterien und Viren und die von ihnen verursachten Infektionskrankheiten hat durch die Entwicklung von Antibiotika und entsprechenden Impfstoffen in den letzten Jahrzehnten Millionen von Menschen das Leben gerettet.

Vor diesem Hintergrund erscheint die immer wieder aufkommende Diskussion über Sinn oder Unsinn einer Masern Impfung unserer Kinder fast irreal. Und doch soll hier das Für und Wider nochmals belichtet werden: Masern sind weltweit verbreitet. Insgesamt ist die Bedeutung der Masern in Gegenden wie Afrika und Asien am größten. Hier gehören sie zu den zehn häufigsten Infektionskrankheiten und der Anteil tödlicher Verläufe ist besonders hoch. Bei uns In Deutschland ist die Häufigkeit der Masern durch die seit etwa 40 Jahren praktizierte Impfung und aufgrund stetig steigender Impfquoten im Vergleich zur Vorimpfära insgesamt deutlich zurückgegangen. Trotzdem gab es europaweit im vergangenen Jahr bei ca. 80.000 Maserninfektionen fast 80 Todesfälle.

Diese Zahlen sind vor allem für die nicht müde werdenden Masern-Impf-Gegner immer wieder Ansporn, ihre Argumente vorzubringen. Sie gehen davon aus, dass jedwedes Impfen mit Risiken und Nebenwirkungen verbunden sei. Diesem allgemeinen Argument ist nicht zu widersprechen. Jedoch, wie verhält es sich, wenn man dazu das Risiko einer Infektion mit einer Sterblichkeit von 1:1000 entgegen stellt? Der bisher wissenschaftlich nicht belegte Anteil von gehäuften Heuschnupfen- und Neurodermitis –Erkrankungen stellt hier doch wohl das kleinere Übel dar, zumal es hier schon erprobt gute Therapie – Möglichkeiten gibt.

Die von Impf-Gegner immer wieder angeführten „Impfschäden“ wie Fieber und Übelkeit sind harmlose Begleiterscheinungen einer Impfung, da sich das Immunsystem des Körpers doch nicht unbehelligt mit einer Invasion von Keimen auseinander setzen kann. Ebenso wird das Argument von „giftigen Zusatzstoffen“, wie z.B. Formaldehyd usw. in Impfstoffen angeführt. Diese Stoffe sind in kleinster Dosis zur Stabilisierung der Impf-Flüssigkeit notwendig – und in dieser Dosis absolut unbedenklich. Es gilt also nach wie vor: Masern gehören zu den ansteckendsten Krankheiten überhaupt. Sie werden durch das Einatmen von infektiösen Tröpfchen (Sprechen, Husten, Niesen) sowie durch den Kontakt mit infektiösem Sekret aus der Nase oder dem Rachen übertragen.

Das Masernvirus führt bereits bei kurzer Exposition in fast 100 % der Fälle zu einer Infektion und löst bei über 95% der ungeschützten Infizierten klinische Erscheinungen aus. Von der Exposition bis zum Auftreten des Exanthems vergehen durchschnittlich 13-14 Tage. Die Ansteckungsfähigkeit beginnt bereits 3-5 Tage vor Auftreten des Exanthems und hält bis 4 Tage nach Auftreten des Exanthems an. Unmittelbar vor Erscheinen des Exanthems ist sie am größten. Die Masern weisen ein klinisches Bild auf, das mit anderen Erkrankungen wie Röteln, Ringelröteln und Scharlach verwechselt werden kann. Die Labordiagnostik ist deswegen zum sicheren Nachweis der Masernerkrankung unerlässlich geworden. Dazu müssen im Serum des erkrankten Kindes nach Auftreten der Pusteln spezielle Antikörper nachgewiesen werden. Die 100%ige Sicherheit dieses Nachweises ist aber erst ca. 3 Tage nach Auftreten des Exanthems gewährleistet.

Sein Kind mit der Masern Mumps Röteln Vakzine impfen zu lassen ist keine Missetat, sondern eine Wohltat für jedes Kind.

 

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