Stadtleben

40 Jahre Rätsche

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40 Jahre Rätsche
Happy Bday!

40 Jahre Rätsche

40 Jahre RÄTSCHE – das ist ein schöner Anlass, einen Blick auf die Geschichte zu werfen, denn die Rätsche mit ihren wunderbaren Veranstaltungen ist definitiv eine Bereicherung für unser schönes Geislingen! Nach einem Grußwort von OB Frank Dehmer wird Fernsehjournalist und Moderator Wieland Backes durch den Abend führen. Geladen sind Gäste, die die Rätsche über Jahrzehnte begleitet haben. Alle Künstler*innen werden Kostproben aus ihrem Können zeigen. Für alle gibt es kostenfrei ein Glas Sekt und leckere Kleinigkeiten zu essen.

Die Stunde Null – Die Geschichte der Rätsche beginnt Mitte der 1970er Jahre mit dem „Arbeitskreis Kultur“, der Konzerte in unterschiedlichen Lokalitäten in Geislingen veranstaltete. Schon bald entstand bei den „Machern“ der Wunsch nach einem eigenen Haus. Die geeigneten Räumlichkeiten fanden sich in der Seemühle, auch Rätschenmühle genannt. 1978 wurde der Rätschenmühle e.V. Geislingen gegründet und in den folgenden 20 Monaten, von den damals rund 70 Mitgliedern in vielen ehrenamtlichen Stunden, aus der stillgelegten Mühle ein uriger Veranstaltungsraum gestaltet.

Die 80er Jahre – Anfänglich traten in der Rätsche meist regionale, bis dato noch unbekannte Künstler auf. Schon bald jedoch gaben Künstler aus allen Teilen der Welt ihr Rätsche-Debut. Folk, vornehmlich aus Irland und Schottland, war angesagt. Aus der Rock-Szene gastierten im Schnitt drei Bands pro Monat. Ein Coup gelang den Veranstaltern 1982 mit Verpflichtung der Band „1. Allgemeine Verunsicherung“, damals noch ein Geheimtipp, wenig später als „EAV“ landesweit in aller Ohren. Weitere, später recht bekannte Namen, die in der Rätsche gastierten, waren u.a. Ottfried Fischer, Sissy Perlinger, Eisi Gulp und Horst Schroth.

Ein besonderes Ereignis war die Menschenkette, welche im Oktober 1983 direkt an der Rätsche vorbeiführte. Im selben Jahr kam der damalige Verteidigungsminister Manfred Wörner in die „Höhle des Löwen“ und diskutierte mit den Besuchern über Abrüstung und den Nato-Doppelbeschluss. Innovativ wie die Veranstalter stets sind, nahmen sie neue Strömungen in der Kulturszene immer offen auf. Bereits 1987 erlebte Geislingen das erste Indie-Konzert. Ende der Achtziger war die Rätsche einer der ganz wenigen Clubs in Süddeutschland, der Indie-Konzerte veranstaltete. Auf den Tourneeplakaten von vielen „großen Namen“ war zwischen Berlin, Hamburg, Frankfurt, München etc. auch Geislingen zu lesen.

Die 90er Jahre – Zu Beginn der 90er Jahre entwickelte sich die Rätsche zum angesagtesten Kabarett-Tempel weit und breit. Alles, was inzwischen Rang und Namen hatte, stand auf der Rätsche-Bühne. Mitte der Neunziger bot der Leerstand des ehemaligen Schlachthofes die Chance, sich zu vergrößern. Die neuen Räume regten auch neue Programmpunkte an und so entstanden Veranstaltungsreihen wie das beliebte KlangFrühStück und der Talk-Abend „Das Rote Sofa“.

Auf ihm nahmen an über 90 Talk-Abenden neben der Moderatorin Dr. Marlies Prinzing viele Persönlichkeiten aus Kultur, Politik, Sport und Wissenschaft Platz: Ruth Maria Kubitschek, Manfred Rommel, Lothar Späth, Gregor Gysi, Dieter Hildebrandt, Marcia Haydée, um nur einige zu nennen. Mit der fast immer ausverkauften Veranstaltung, erschloss sich der Rätsche ein bislang völlig neuer Besucherkreis. Viele der annähernd insgesamt 20.000 Besucher reisten von weit her an.

Die 2000er bis Heute – 2002 vergrößerte sich die Rätsche: Auf dem über die Jahre völlig verwucherten Gelände hinter dem Schlachthof entstand der RätscheGarten. Insgesamt waren die 2000er in der Rätsche durch den Wunsch geprägt, Kultur verstärkt selbst zu gestalten, sei es KäSch, die Rätsche-Theatergruppe oder das Konzept der Ü30 Discos. 2007 feierte das erste von der Rätsche produzierte Musical „Hair“ Premiere – Hair wurde 22 mal vor ausverkauftem Haus gespielt! Seit ca. 2008 wird die Reihe Jazz-Open veranstaltet, bei der Musiker eingeladen sind, mit einer festen Rhythmusgruppe zu jammen. Das monatliche Kabarett bildet das Gerüst der Veranstaltungsplanung.

Rückblick und Ausblick
40 Jahre Rätsche, das sind in Zahlen rund 3.000 kulturelle Veranstaltungen mit über 300.000 Besucher*innen. Die ehrenamtliche Arbeit in allen Bereichen der Rätsche beläuft sich in diesem Zeitraum auf 300.000 Stunden. Und hinter jeder Stunde stehen Menschen, die Freude an der ehrenamtlichen Arbeit haben und sich unermüdlich einsetzen.

Macht weiter so!!!