Stadtleben

Abgeholzte Bäume in Geislingens Wäldern

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Abgeholzte Bäume in Geislingens Wäldern

Macht durchaus Sinn

Die sozialen Medien überschlagen sich. Bilder von abgeholzten Bäumen werden überall im Netz geteilt. Erzürnte Geislinger können nicht begreifen, warum in diesem Frühjahr so viele Bäume in und um Geislingen gefällt wurden. Bäume, die bei Spaziergängen und Wanderungen immer als selbstverständlich erschienen, als fester Bestandteil unserer Heimat galten, die immer da waren und jetzt fallen mussten.

Auf der einen Seite ist es schon schön zu sehen, wie naturverbunden viele Geislinger sind. Auf der anderen Seite werden die Bäume von der Stadtverwaltung bzw. dem Forstamt ja nicht aus einer Sektlaune heraus gefällt, sondern weil es einfach nötig ist. Wie wir schon im letzten Jahr berichteten, hat auch der Klimawandel in Geislingens Wälder ordentlich seine Spuren hinterlassen. Nadelbäume, wie Fichten hatten in den letzten Jahren durch Trockenstress im Sommer mit dem Borkenkäfer zu kämpfen.

Die langen, heißen Sommertage versetzten auch diese Insekten in romantische Stimmung und so konnten gleich mehrere Bruten über das Jahr hinweg über die durch Trockenheit geschwächten Bäume herfallen und ihnen so den Gar aus machen. Natürlich mussten diese Bäume entfernt werden, da von ihnen auch eine erhebliche Gefahr durch herabfallende Äste für Spaziergänger und Wanderer bestand. Zudem sind kranke Bäume natürlich auch immer Überträger für gesunde Individuen und müssen daher eliminiert werden.

Bei den zahlreichen Eschen in und um Geislingen ist es ein Pilz, der ihnen sehr zu schaffen macht. Allerdings sind die Eschen bei ihrem Ableben nicht so rücksichtsvoll wie die Fichten, die schlimmstenfalls einen Ast fallen lassen. Bei einer Esche kann es gut sein, dass sie, wenn ihr der Pilz zu sehr zugesetzt hat, spontan umfällt. Da das Forstamt hier natürlich kein Risiko eingehen möchte, müssen kranke und geschädigte Bäume vorsichtshalber gefällt werden, denn niemand will beim Entspannen, Joggen oder Spazierengehen im Wald von einem Baum erschlagen werden.

Und natürlich sollen die Wälder um Geislingen auch zukünftig unsere grüne Lunge und Naherholungsgebiet sein. Daher muss auch hier nachhaltig mit der Natur umgegangen werden. So werden neue Bäume gepflanzt, Bäume, die mit den langen, heißen Sommern besser zurecht kommen als Fichte und Esche. Denn auch in Geislingen spielt der Wald, wie überall auf der Erde, im Klimaschutz eine große Rolle.

Der milde Winter trägt auch was dazu bei

Außerdem sind es ja nicht nur Bäume, die nun gefällt an den Rändern der Wanderwege oder auf den Wiesen liegen, sondern auch massenhaft Geäst. Hier ist es so, dass durch den milden Winter Bäume und Sträucher früher austreiben und so natürlich im Februar auch mehr geschnitten werden muss. Dieser Umstand ist beispielsweise für Bienen ziemlich blöd, da sie auf diese erste Nahrung im Frühjahr angewiesen wären.

Wenn nun aber die Bäume durch einen sehr milden Winter, wie dem letzten, sehr früh austreiben, bleiben den Bienen, die noch länger brauchen um richtig wach zu werden, nicht genügend Blüten übrig, um satt zu werden.

Dies hat aber nichts mit dem Schnitt der Bäume zu tun, sondern mit dem Ungleichgewicht, in dem sich unsere Natur durch den Klimawandel momentan befindet, denn diese Blüten wären auch dann bereits verblüht, wenn sie noch an Ort und Stelle wären.

Übrigens dürfen ab dem 1. März keine Bäume und Stäucher mehr geschnitten werden, da im März schon die ersten Vögel anfangen zu brüten. Und auch wenn gegenwärtig alles durch die gefällten Bäume und die ausgeschnittenen Hecken etwas kahl wirkt, es wird nicht lange dauern und die Natur hat auch diese Stellen zurückerobert und erstrahlt mit frischem Grün zu neuem Glanz.

Eure Andrea