Stadtleben

B10 – Update

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B10 – Update

Die Hauptverkehrsachse des Filstals

Es ist kein Geheimnis – hohe Verkehrszahlen und die damit verbundenen unzumutbaren Belastungen wie Lärm und Luftverschmutzungen drängen auf einen Weiterbau der B10. Zwischen Stuttgart und Gingen ist die B10 bereits fertig gestellt und größtenteils vierspurig ausgebaut. Wie sieht es aber mit dem langersehnten Neu- und Weiterbau aus?

Vor allem Kuchen und Geislingen sind derzeit sehr stark vom Durchgangsverkehr betroffen. Durch den Neubau der insgesamt fast 8 km langen Strecke mit insgesamt drei Talbrücken und einer Grünbrücke sowie zwei Tunnelbauwerken werden diese deutlich entlastet. Neben dem Auflösen der täglichen Stausituation wird auch die Verkehrssicherheit in Kuchen und Geislingen erhöht. Durch den Bau der Grünbrücke wird die Wiedervernetzung der Wildtiere gezielt gefördert. Durch die Umgehung können Kuchen wie auch Geislingen um 76% vom PKW-Verkehr und 92% vom Schwerverkehr entlastet werden.

Der Neubau der B10 endet im Rohrachtal, wo die Strecke in den bestehenden Teil der B10 übergeht. Aus diesem Grund wurde das Projekt in den Bedarfsplan 2016 des Bundes mit aufgenommen. Die Strecke: „Gingen Ost bis Geislingen Mitte“ befindet sich im „vordringlicher Bedarf“, soll 5,2 km lang werden und Kosten von 91,9 Mio. Euro mit sich bringen.

Die zweite Strecke von „Geislingen Mitte bis Geislingen Ost“ wird mit einer Länge von 2,8 km geplant und läuft unter „weiterer Bedarf“. Die Kosten sollen 173,8 Mio. Euro betragen. Diese sind allerdings noch nicht genehmigt, da sie sich durch Änderungen, die noch kommen werden, noch etwas verschieben werden. Der Preisanstieg beim Teil 2 ist übrigens trotz der geringeren Strecke auf den Schildwachttunnel zurückzuführen. Der Kostenträger ist der Bund, da es sich um eine Bundesstraße handelt.

Vergesst Geislingen nicht°

Wie sieht der Planungsprozess aus?
Beim 7 Punkteplan sind wir derzeit bei Punkt Nummer 3.
Vor 5 Jahren wurde das Projekt wie gesagt in den Bedarfsplan aufgenommen. Punkt 2 war dann die Voruntersuchung und Wahl einer Variante. Wir befinden uns momentan am Ende von Punkt 3, zu dem es im Juni auch eine Bürgerinformationsveranstaltung gab. Es folgen hoffentlich zügig Punkt 4 mit der Genehmigungsplanung, Punkt 5 mit der Ausführungsplanung, Punkt 6 mit der Ausschreibung und Vergabe und schlussendlich dem Bau, der am Ende dann freigegeben werden muss. In der Veranstaltung wurde ein zeitlich sehr ehrgeiziger Plan präsentiert, der Ende 2024 das Erhalten des Baurechts für die Gesamtstrecke mit sich bringt.

Für uns die wichtigste Frage: Wann können wir denn jetzt schlussendlich fahre?. Die Forderungen nach einer Umgehung bestehen schon länger als 30 Jahre. Festlegen können wir uns natürlich noch nicht, da so viele Faktoren (wie beim 7 Punkteplan aufgezeigt) eine Rolle spielen, aber 2030 ist eine realistische Zeitangabe. Also nochmal 9 Jahre durchhalten.

Hat also Frau Maier im Alter von 40 Jahren damals eine Umgehung gefordert, kann sie bei ein bisschen Glück im Alter von 80 Jahren und 40 Jahre später mit ihren Enkeln die Dörfer und Städte des Filstals vollständig umfahren.

Die nächste Bürgerinformationsveranstaltung ist übrigens im Herbst diesen Jahres geplant.