Stadtleben

Bleib sauber, mein Geislingen!

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Bleib sauber, mein Geislingen!

#RücksichtMachtWegeBreiter – Artikel von OB Frank Dehmer

Noch nie wurde so viel Müll achtlos in der Natur entsorgt wie seit Beginn der Corona-Pandemie. Der Geislinger Bauhof hat jedenfalls alle Hände voll zu tun. Aus diesem Grund bittet Oberbürgermeister Frank Dehmer alle Bürgerinnen und Bürger, ihren Müll ordnungsgemäß zu entsorgen.

„Seit Beginn der Corona-Krise haben viele Menschen die Natur rund um Geislingen erkundet und teilweise wieder neu entdeckt. Darüber freue ich mich sehr. Es wäre aber ebenso schön, wenn die Menschen ihren Müll nicht einfach in den nächsten Busch werfen, sondern ihn auch wieder mitnehmen. Ob auf den Löwenpfaden oder an unseren Aussichtspunkten, die Vermüllung sieht nicht nur unschön aus, die Hinterlassenschaften sind eine Katastrophe für die Natur. Plastikverpackungen, Bananenschalen, Masken und andere Dinge haben eine hohe Verrottungsdauer. Bis sie komplett abgebaut sind, vergehen mehrere Jahre.

In dieser Zeit schadet der Müll der Tier- und Pflanzenwelt erheblich. Neben zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern, die sich regelmäßig ehrenamtlich engagieren und wilden Müll sammeln (DANKE an dieser Stelle!), ist auch unser Bauhof fast täglich damit beschäftigt, die Umweltverschmutzung einzudämmen. Das ist sehr kostspielig, denn zum einen müssen wir für die Müllentsorgung extra zahlen und zum anderen summieren sich natürlich die Arbeitsstunden unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Darüber hinaus tut mir das Bauhof-Team richtig leid. Was die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Büschen, Wiesen und Gewässern herausfischen müssen, ist teilweise richtig eklig. Wer sich schon mal an unserer Putzaktion „Geislingen räumt auf!“ beteiligt hat, weiß, wovon ich spreche.

Wie schaffen wir es, die Vermüllung einzudämmen?

Da gibt es zum einen die rechtlichen Konsequenzen, die Müllsünder abschrecken sollen. Illegale Müllentsorgung ist eine Ordnungswidrigkeit und Schmutzfinken müssen ein Bußgeld zahlen. Um die Menschen zu einem langfristigen Umdenken zu bewegen, müssen wir sie für das Thema sensibilisieren. Ein neues Projekt in dieser Kategorie ist die kreisweite Marketingkampagne zum respektvollen Miteinander und zur Vermeidung von Müll in Wald und Flur. Sie trägt den Titel „Rücksicht macht Wege breiter.“

Bei der Kampagne geht es zum einen um illegal entsorgten Müll in der Natur, zum anderen wirbt die Kampagne aber auch für Respekt und gegenseitige Rücksichtnahme zwischen den verschiedensten Naturnutzenden, was ebenfalls sehr wichtig ist. Denn die Natur im Großen und die Wälder im Speziellen müssen viel aushalten – sie sind Rückzugsort für Tiere und Pflanzen, Arbeitsplatz für Wald-, Forstwirtschaft und Jägerschaft und sollen Platz bieten für Freizeitaktivitäten.

Dennoch kommt es auf schmalen Pfaden und Waldwegen oft zu Konflikten und emotionalen Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Nutzergruppen, wie beispielsweise Wanderern, Mountainbikern oder Landwirten. Nehmen diese jedoch etwas mehr Rücksicht aufeinander, macht das sprichwörtlich die Wege breiter und vermeidet dadurch Stresssituationen im Wald. Ich als Naturliebhaber finde diese kreisweite Kampagne klasse und so habe ich sofort zugesagt, dass unsere Stadt diese Aktion unterstützt. An mehreren Stellen in und um Geislingen finden Sie daher derzeit unter anderem entsprechende Plakate. Darüber hinaus informieren wir auf unserer Homepage sowie bei Social Media über dieses wichtige Thema.

Ich persönlich handhabe es mit anfallendem Müll bei Wanderungen übrigens so: Ich nehme ihn wieder mit oder – noch besser – verzichte ganz auf Plastikverpackungen. Ich freue mich, wenn Sie das auch so machen – für die Natur, für Geislingen, für uns. Vielen Dank!“

Mehr Infos zur Kampagne:
www.ruecksicht-macht-wege-breiter.de