Stadtleben

Bundestagswahl kurz erklärt

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Bundestagswahl kurz erklärt

Wichtiges und Wissenswertes

Warum hat man zwei Stimmen?

Die Erststimme gilt dem Direktkandidaten, der im entsprechenden Wahlkreis antritt. Bei der Zweitstimme wiederum stehen Parteien zur Auswahl. Der bundesweite Anteil an diesen Stimmen entscheidet darüber, wie stark eine Partei später im Parlament vertreten ist. In die Sitze, die einer Partei nach den Zweitstimmen zustehen, werden die Direktmandate aus den Erststimmen eingerechnet.

Wie viele Parteien treten an?

Der Bundeswahlleiter hat 54 Parteien für die Bundestagswahl zugelassen. 40 von ihnen treten mit eigenen Landeslisten an. Wichtig ist: Nicht alle Parteien treten in allen Bundesländern zur Wahl an.

Wahlbeteiligung bei Bundestagswahlen

Seit vierzig Jahren sinkt die Wahlbeteiligung bei Bundestagswahlen in Deutschland. Obwohl der Rückgang nicht kontinuierlich verläuft, ist der bisherige Trend eindeutig.

• Die Wahlbeteiligung hatte ihren Höhepunkt bei der Bundestagswahl 1972 mit 91,1 Prozent.

• Ihren historischen Tiefstand erreichte die Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl 2009: Nur 70,8 Prozent der Wahlberechtigten gingen an die Urnen.

• Bei der Bundestagswahl 2017 stieg die Wahlbeteiligung um 4,7 Prozentpunkte auf 76,2 Prozent, der höchste Anstieg seit der Bundestagswahl 1953.

• Deutschland verzeichnete bis zur Bundestagswahl 2013 den zweitgrößten Rückgang bei der Wahlbeteiligung von allen „westlichen Demokratien“, hinter Portugal und vor Frankreich.

• Bei Wahlforschern herrscht Konsens darüber, dass der Erstauftritt der AfD bei einer Bundestagswahl die Wahlbeteiligung steigen ließ, und dies gleich aus zwei Gründen. Zum einen stimmten laut Infratest dimap 1,47 Millionen bisherige Nichtwähler für die AfD, zum anderen zog die Angst vor einem Wahlsieg der AfD mehr Anhänger der Alt-Parteien in die Wahllokale.

Enthaltungen bei Wahlen sind oft politisch motiviert

Laut einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung sind Nichtwähler durchaus politisch interessiert und informiert, sie beobachten das politische Geschehen sowie die Wahlkampfaktivitäten der Parteien. Die Hauptmotive der Nichtwähler, sich nicht (mehr) an Wahlen zu beteiligen, sind geradezu politisch: Unmut über Politiker sowie Unzufriedenheit mit Programmen der Parteien sind die Hauptgründe für die Enthaltung bei den Bundestagswahlen.

Briefwahl … Kann man sicher sein, dass die Stimme auch ankommt?

Ja. Durch die rote Farbe der Umschläge fallen diese auf und können leicht erkannt werden. Mit der Deutschen Post ist vereinbart, dass selbst Wahlbriefe, die am Tag vor der Wahl in den Briefkasten geworfen wurden, noch am Wahl-Sonntag zugestellt werden.
Knapp 29 Prozent der Wählerinnen und Wähler gaben ihre Stimme bei der Bundestagswahl 2017 postalisch ab. Dieses Jahr könnten es wegen der Corona-Pandemie noch einmal mehr sein

Wahl-O-Mat

Seit 2002 gibt es den Wahl-O-Mat der bpb. Er hat sich zu einer festen Informationsgröße im Vorfeld von Wahlen etabliert: Insgesamt wurde er im Vorfeld von Wahlen über 85 Millionen Mal genutzt. Zum Superwahljahr 2021 erscheint der Wahl-O-Mat nicht nur in einem neuen Design, sondern mit ganz neuen Features:

Im „Tuning“ seht ihr direkt, wie sich das Ergebnis verändert, wenn ihr eure Positionen oder Gewichtungen variiert. Mit „Parteienvergleich“ könnt ihr auf einen Blick sehen, bei welchen Thesen bis zu drei Parteien eurer Wahl übereinstimmen oder sich widersprechen – und wie unterschiedlich deren Begründungen dazu sind. Denn ganz verschiedene politische Argumente können dazu führen, dass eine Partei einer These zustimmt oder sie ablehnt.

Der Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl wurde am 2. September veröffentlicht.

Bild: fokusiert /123RF.COM