Stadtleben

Camping trotz Corona

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Camping trotz Corona

Tipps für Greenhorns

Das Jahr 2020 hat es geschafft, sogar unseren Baris zum Campen zu bewegen. Und so kam es, dass er mit seiner Frau in seiner kurzen Campingzeit bereits drei Mal das Privileg hatte, die einzigen türkischstämmigen Menschen auf dem Campingplatz sein zu dürfen. Herzlichen Glückwunsch. So wie unserem Baris geht es aber vielen Menschen, die aus Vorsicht und Respekt vor Corona erst einmal Hotelzimmer und Flugzeuge meiden und es erstmals mit dem Camping versuchen. An was sollte ein Campinggreenhorn aber denken?

Beim Camping scheiden sich bekanntlich die Geister: Es gibt nur diese beiden Sichtweisen: Camping? Super! Es gibt nichts Besseres!“ ODER „Camping? OMG, Never! Wohnen neben den Sanitäranlagen!“ Wegen der Corona-Krise können viele Menschen in diesem Sommer nicht wie geplant vereisen und suchen nach Alternativen – welche sehr oft im Camping gefunden werden (siehe Baris). Grundsätzlich gelten auch auf Campingplätzen die Hygiene-, Abstands- und Kontaktbeschränkungen, je nach Bundesland oder Land – allerdings habe ich in der freien Natur und im eigenen Zelt oder Camper ein besseres Gefühl als in vollen Hotels zu nächtigen.

Was aber ist zu beachten, wenn ich das erste Mal die neue Art Urlaub zu machen in Angriff nehme?

Niemals ohne Voranmeldung oder Vorabbuchung zu einem Camping-Platz aufbrechen. Durch die aktuell hohe Nachfrage und das knappe Platzangebot – auch bedingt durch die Hygiene- und Abstandsregeln – müssen Urlauber sonst damit rechnen, abgewiesen zu werden.

Was mitnehmen zum Anziehen?

Weniger. Noch weniger. Nur das, was schnell trocknet. Und Regenschutz. Dafür mehr Bücher. Immer.

„Gerade ist Gut“.

Wessen Campervan oder Zelt nächtens schief steht, merkt am Morgen jedes Grad Neigung.

Ein Campingplatz ist ganz selten ein „Zeltplatz“ – viel öfter eine Kleinstadt mit ausgefeilter Logistik und riesigen Distanzen.

Leistet euch sich bloß keine Fehler, wenn ihr euren Stellplatz bezieht. Ihr steht unter Beobachtung – ganz sicher. Irgendwer beobachtet einen immer und sagt einem, was man falsch macht.

Vergesst niemals, wirklich niemals die folgenden Utensilien:

Verlängerungskabel, noch ein längeres Verlängerungskabel, Spanngurte (ugs Spanner), Abwaschmittel, Sonnenschutz in jeder Form (v.a. um sich ein Sonnensegel zu bauen). Auch eine Wäscheleine ist für viele schöne Dinge gut (Stichwort Sonnenschutz). Früher fragte man beim Camping nach Strom, heute nach WIFI.

Schaut euch um. Man lernt nie aus.

Es gibt soviel zu sehen. Zu allererst: Außerirdisch anmutende Wäschespinnen, Hundecampingbetten, Anti-Sonnen-Konstruktionen, Luxus-E-Bikes, Elektroautos, Hundefahrradanhänger-Lösungen, Lounge Möbel im Vorzelt, Kochlandschaften, Funktionsoutfits von Kampfcampern, geniale Griller, uvm.

Entscheide dich: Zelt, Wohnmobil oder Wohnwagen

Falls du nicht selbst schon ein Wohnmobil, Zelt oder Camper besitzt, solltest du überlegen, welches Art für dich geeignet ist. Fährst du mit eigenem Auto los und packst ein Zelt ein? Leihst du einen Camper oder einen Wohnwagen? Es gibt für alle Fahrzeuge Vor- und Nachteile. Miete dir ein Wohnmobil und teste, wie es sich für dich anfühlt! Ehe du blind ein Wohnmobil kaufst, solltest du erstmal ausgiebig mit einem reisen und testen.

Wirklich startklar? Prüfe dein Fahrzeug

Bist du wirklich startklar? Prüfe vor der Abfahrt unbedingt den Zustand der Batterie, deiner Reifen samt Luftdruck, Gasflasche und die Pumpe am Wasserhahn.

Vermeide lange Tagesetappen

Generell solltest du nicht vergessen, dass du Urlaub hast. Lass dich nicht stressen und vermeide eine zu lange Anreise zum nächsten Stellplatz. Denn du willst vor Ort auch noch Dinge ansehen und genießen, oder? Und immer daran denken: Der Weg ist das Ziel!

Wahl des richtigen Campingplatz / Wohnmobilstellplatz

Es gibt drei Arten zum Übernachten: Campingplätze, ausgewiesene Wohnmobilstellplätze und das Freistehen (also Wildcampen). Die richtige Wahl hängt von deiner Art zu reisen ab. Benötigst du Strom und einen Stromanschluss oder hast du genügend Solarpower an Bord? Dann kannst du dir einen Platz in der Natur suchen. In Deutschland ist das Freistehen und einmalige übernachten im Wohnmobil im öffentlichen Verkehrsraum erlaubt, um die Fahrtüchtigkeit wieder herzustellen. Du darfst dich allerdings nicht dabei ertappen lassen, wenn du deinen Tisch, die Stühle oder den Grill auspackst. Suche dir einen Wohnmobilstellplatz im Schatten. Nichts ist schlimmer, als morgens von der Hitze der auf den Camper scheinenden Sonne geweckt zu werden.

Frischwassertank nicht voll machen

Wer das erste Mal losfährt denkt, dass er seinen Wassertank voll machen muss. Mache den Frischwassertank nur bis zu einem Drittel, maximal halbvoll. Denn je mehr Liter an Wasser du „tankst“, desto mehr Gewicht hat du. Das Fahrverhalten ändert sich. Der Spritverbrauch steigt mit jedem Kilo. Beides doof.

Wohnmobil richtig packen und beladen

Die erste und wichtigste Regel beim Packen lautet: Überschreite dein zulässiges Gesamtgewicht nicht. Achte auf das Leergewicht und das Gewicht deiner Zuladung plus Personen.

Ladung richtig sichern

Es gibt nichts nervigeres als klapperndes Geschirr oder auf und zu gehende Schubladen. Schau dich nach cleveren Geschirraufbewahrungssystemen um. Lasse keine Gegenstände in den offenen Regalflächen liegen. Wenn du bei einer Bremsung diese abbekommst ist die Gefahr groß. In Schubladen legst du rutschsichere Matten, damit auch darin nichts klappert. Um Gläser und Flaschen kannst du Schaumstoff wickeln, so vermeidest du die Geräusche. Essen kannst du überall vor Ort kaufen. Medikamente auch.

Wenn man krank ist, will man nicht erst noch einen Arzt oder eine Apotheke aufsuchen. Für Obst habe ich Netze zur Aufbewahrung. So kann es bei holprigen Fahrten „mitschwingen“ statt danach völlig zermatscht und ungenießbar weggeschmissen zu werden. Alles erlebt.

Außerdem nützlich sind Wäschebeutel für schmutzige Wäsche und den Transport zum Waschsalon oder Waschgelegenheit auf dem Campingplatz.

Vertraue keinem Navi

Fährst du gerne mit Navis wie Google Maps, Waze oder Maps? Traue keinem Navi. Prüfe immer aufmerksam, welche Route dir dein Navigationsgerät vorschlägt. Mit dem Wohnmobil willst du schöne Panoramastrecken abfahren und nicht die Autobahnen. Oder in Städten möchtest du nicht unbedingt in einer engen Gasse der Altstadt enden.

Hinterlasse keinen Müll

Verlasse den Platz so, wie du ihn vorgefunden hast. Abwasser entsorgen – Warte nicht zu lange mit der Entsorgung deines Abwassers. Wenn du zu lange wartest, fängt es an zu miefen und stinken. Entsorge das Grauwasser so oft wie möglich. Spätestens vor der Weiterfahrt!