Stadtleben

Das Albwerk weiht neue Photovoltaik-Anlage ein

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Das Albwerk weiht neue Photovoltaik-Anlage ein

Über 2.000 neue Solarmodule in Lonsee

Als Absolventen der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen, und da speziell des Studiengangs Energie- und Recyclingmanagement, ist es immer schön zu sehen, wenn der hiesige Energielieferant konsequent weiter in die richtige Richtung marschiert. Um dem interessierten Leser ein wenig mit Zahlen zu versorgen:

4.675 regenerative Erzeugungsanlagen speisen in unserem heimischen Netz pro Jahr 277 Mio. kWh klimafreundlichen Strom ein. Das sind 46 Prozent des Bedarfs. Das sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen! Insgesamt werden so 243.000 Tonnen CO2 vermieden – so viel, wie 19 Millionen Bäume im Jahr speichern. Neben den vielen Windkrafträdern ist natürlich die Sonne ein wichtiger Bestandteil im Energiemix. Das zweite wichtige Standbein der Energiewende ist somit die Solarenergie.

Mehr als 4.500 Photovoltaik-Anlagen speisen bereits in unserer Region Energie ins Stromnetz des Albwerks ein. In Summe sind das 79 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Umso schöner, dass Mitte letzten Monats eine neue Photovoltaik-Freiflächenanlage des Albwerks in Lonsee offiziell eingeweiht wurde. Mit über 2.000 Solarmodulen wird sie jährlich 710.000 Kilowattstunden Strom produzieren. Das ist genügend Energie, um über 200 Haushalte zu versorgen. Solaranlagen können neben der Dachmontage auf kleiner Fläche auch in großem Stil auf geeigneten Freiflächen entstehen – zum Beispiel entlang von Autobahnen oder Bahngleisen. Eine solche Möglichkeit bot sich in der Gemeinde Lonsee: Sie hat einen Teil ihres ehemaligen Steinbruchgebiets auf 20 Jahre an das Albwerk verpachtet, das hier im Frühjahr 2020 eine Photovoltaik-Freiflächenanlage errichtet hat.

Die Einweihung

Die Anlage wurde im Juli von Lonsees Bürgermeister Jochen Ogger, Vorstandsvorsitzendem der Albwerk-Genossenschaft Hubert Rinklin, Leiter Erneuerbare Energien Thorsten Gamm und Geschäftsführer der Elektro Dynamo GmbH Lars Rulf symbolisch per Knopfdruck eingeweiht. Für Bürgermeister Ogger ist das Projekt ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutzkonzept der Gemeinde und für das Albwerk handelt es sich ebenso um einen weiteren wichtigen Schritt für die Energiewende in der Region.

Die Region spielte auch bei der Auswahl der Partner eine entscheidende Rolle, da ausschließlich Unternehmen aus der näheren Umgebung mit der Umsetzung des Projekts beauftragt wurden. Mit einem „rekordverdächtig zügigen Ablauf trotz Corona“, wie Bürgermeister Ogger die Bauarbeiten beschrieb, hat die Elektro Dynamo GmbH die Solaranlage fertiggestellt. Sie ist bereits am Netz angeschlossen und wird künftig pro Jahr 330 Tonnen CO2 einsparen. Zudem achtet das Albwerk bei der Flächennutzung auf Artenschutz: Der Platz zwischen den Solarelementen ist für Wildblumenwiesen vorgesehen – als wichtige Nahrungsgrundlage für die immer weiter schrumpfenden heimischen Insektenbestände.

Infos zu Photovoltaik

Infos zu Photovoltaik, regenerativen Energien und Details zum Solarpark wird der geplante Solarlehrpfad entlang der Freiflächenanlage bieten. Er wird voraussichtlich im Herbst aufgestellt und eignet sich perfekt für Schulklassen und interessierte Wanderer. Um noch ganz kurz ein paar Fakten an die Frau/den Mann zu bringen:
Wie funktioniert dieses Sammeln von Sonnenenergie und die Umwandlung in in elektrische Energie? Die Solarmodule bestehen aus vielen Solarzellen. Diese wiederum aus vielen sogenannten Halbleitern, welche aus ziemlich viel Silizium (oder Silicium) bestehen. Nahezu 95 Prozent aller Solarzellen werden aus dem Quarzsand Silizium (Si) hergestellt. Silizium (Si) stellt eins der häufigsten natürlichen in der Erdschicht vorhandenen Elemente dar und gilt als unerschöpflich. Um aus dem Quarzsand – natürlicher Ursprung von Silizium – eine Siliziumscheibe zu formen, muss der Quarzsand zunächst gereinigt und kristallisiert werden. Das fertige Produkt wird im Anschluss in Scheiben gesägt, gezielt verunreinigt und mit Leiterbahnen versehen. Diese werden zum Stromtransport benötigt

Das Silizium in Kombination mit anderen chemischen Elementen wird in Solarzellen schichtweise aufeinander gepackt. Fällt nun Sonnenlicht auf diese Schichten, baut sich zwischen den Schichten eine Spannung auf wie in einer Batterie – es fließt Strom. Genauer: Gleichstrom. Damit wir diesen Strom nutzen können, muss er noch von der Solaranlage (genauer: dem Wechselrichter der Anlage) in Wechselstrom umgewandelt werden. Denn der fließt bei uns aus der Steckdose. Ziemlich simpel und wie wir an den aktuellen Zahlen der neuen Photovoltaik-Freiflächenanlage in Lonsee sehen sehr effektiv.