Stadtleben

Das Geislinger Krankenhaus muss bleiben!

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Das Geislinger Krankenhaus muss bleiben!

#EHRENWORT #WORTBRUCH #GESCHWAETZVONGESTERN #GESUNDHEITVORGEWINN

Mit großer Sorge verfolgen die Bewohnerinnen und Bewohner der Geislinger Raumschaft und auch große Teile der Bürgermeister die Diskussionen um die Zukunft der Helfenstein-Klinik als Teil der Alb-Fils-Kliniken. Diese Infrastruktur zur wohnortnahen Gesundheitsversorgung, die die Menschen überall schätzen, muss erhalten werden, auch wenn es den Landkreis Geld kostet. Davon sind wir als „Aktionsbündnis Erhalt der Helfenstein-Klinik“ überzeugt.

In den vergangenen Jahren wurde vieles dafür getan, den Standort Helfenstein-Klinik in Geislingen zu schwächen:

• Schließung der Geburtshilfe
• Schließung der Küche
• Schließung von Stationen
• Auflösung des Schwesternwohnheims
• Abzug von Personal zur Unterstützung des Standorts in Göppingen
• halbherzige Umsetzung des Medizinkonzepts und immer wieder angekündigte und hinausgeschobene Investitionen.

Auch das hat dazu geführt, den Standort für Mitarbeitende unattraktiv zu machen. Richtig aus unserer Sicht wäre, dass nun endlich die Investitionen getätigt und das Medizinkonzept aktualisiert, erweitert und umgesetzt wird! Wir sind überzeugt davon, dass sich dies sowohl mit Blick auf die Personalgewinnung, als auch auf die Akzeptanz bei den Patientinnen und Patienten positiv auswirken wird. Der Standort Helfenstein-Klinik muss, als tragendes Element (z.B. jetzt in Pandemie-Zeiten) der Alb-Fils-Kliniken, bei der Geschäftsführung den entsprechenden Stellenwert bekommen und neben dem Neubau der Klinik am Eichert, entsprechend personell begleitet werden. Möglicherweise auch durch eine zusätzliche Position innerhalb der Geschäftsführung, die dafür verantwortlich ist.

Anfang April hat sich nun unser breites Aktionsbündnis aus Bürgerschaft, Klinik-Personal, Ärzten und Politik gebildet und zum Ziel gesetzt, für den Erhalt der Helfenstein-Klinik zu kämpfen. In virtuellen Sitzungen wurden und werden Planungen und Aktionen auf den Weg gebracht, um das Ziel einer Klinik an zwei Standorten, wie 2015 durch den Beschluss des Kreistags versprochen, gemeinsam zu erreichen.

Einige Argumente und Bedenken des Aktionsbündnisses:

• Aktuell bietet die Helfensteink-Klinik eine hervorragende medizinische Grundversorgung in den Bereichen Innere/Chirurgie, Gastroenterologie, Palliativmedizin & Endoprothetik. Außerdem 130 Krankenhaus-Betten (8 Intensiv-Betten), Medizinisches Versorgungs-Zentrum, Endoskopie-Standort, Gynäkologie, Gesundheitszentrum und eine Notfallversorgung der Stufe 1 mit 14.000 Fällen in der zentralen Notaufnahme und knapp 6.000 stationäre Patienten im Jahr 2019.

• Es müssen endlich die Mittel für Investitionen genutzt werden, die den Standort Helfenstein-Klinik mit einer Zukunftsperspektive ausstatten!
• Von den Gutachtern wurden die Zahlen in der Notaufnahme immer vermeintlich klein gerechnet bzw. als ohne Probleme anderweitig „versorgbar“ dargestellt. Dies sehen wir als eine vorsätzliche Irreführung an.

• Auch aus den Reihen der Ärzteschaft und des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) kommen größere Bedenken was die Versorgung der Raumschaft, insbesondere bei Notfällen, angeht.

• Laut Aussagen werden die „Hilfsfristen“ weiterhin gewährleistet, da der Standort des DRK in Geislingen weiter erhalten bleiben soll.

Beispiel: Ein schwerverletzter Patient aus dem Raum Hohenstadt wird mit Notarztbegleitung im Rettungswagen in die Klinik am Eichert transportiert.

FAKT: Zwei Steigen und mehr als 30 km Transport!

Was wenn zur gleichen Zeit ein lebensrettender Einsatz (z. B. in Eybach) gemeldet wird? Dann müsste – sofern dort verfügbar – ein Notarzt und Rettungswagen aus Süßen anfahren und wiederum eine weite Anfahrt nach Göppingen für Menschen Lebensgefahr auf sich nehmen.

Sehr geehrte Kreisrätinnen und Kreisräte, hiermit sprechen wir sie direkt an:
Am 21. Mai entscheiden Sie über eine für über 100.000 Bürgerinnen und Bürger aus dem oberen Filstal äußerst wichtige Frage. Sie entscheiden über die Zukunft des Geislinger Krankenhauses und damit über die gesundheitliche Nahversorgung in der Raumschaft Geislingen, ja vielleicht sogar über Menschenleben. Aber am 21. Mai geht es um mehr als um unsere Klinik. Es geht darum, ob Sie verehrte Kreisrätinnen und Kreisräte zu ihrem Versprechen: „Eine Klinik, zwei Standorte“ stehen. Die Geschäftsführung der Alb-Fils-Kliniken hat Ihnen sicherlich gute Argumente, toll aufbereitete PowerPoint Folien und (angeblich) eindeutige Fakten vorgelegt. Aber am Ende entscheiden Sie über die Zukunft des Geislinger Krankenhauses und über die wichtigste moralische Frage in unserer Demokratie:

Was ist ein Versprechen wert?

Corona macht es uns sehr schwierig Aktionen zu entwickeln, um auf Augenhöhe in eine Diskussion mit Ihnen, der Klinikleitung und dem Landrat zu kommen. Hier scheitert auch der Anspruch des Landkreises, die Bevölkerung umfassend zu informieren, in die Diskussionen einzubinden und mitzunehmen. Die „Waffenungleichheit“ vergrößert sich und entspricht nicht unserem demokratischen Verständnis.

Wir bitten deshalb darum, die Entscheidung über die Zukunft der Helfenstein-Klinik bis zu einem Zeitpunkt zu verschieben, der es der Bevölkerung ermöglicht, nach entsprechenden Informationen auch in Diskussionen zu gehen und Fragen zu stellen, die Sie im Zusammenhang mit der geplanten Schließung der Helfenstein-Klinik bewegen. Wir denken die Zeit ist gegeben und hat keine Berührungspunkt mit dem Baufortschritt mit der Klinik am Eichert.

Weitere Infos unter zum Aktionsbündnis
https://geislingen.net/krankenhaus

Titelbild : © Alb-Fils-Kliniken