Stadtleben

Das Zusammenlegen der Geldversorgung von Kreissparkasse & Volksbank

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Das Zusammenlegen der Geldversorgung von Kreissparkasse & Volksbank

Ein Baris erklärt

Schon seit ein paar Monaten darf der ein oder andere in unserer Gegend sich freuen, wenn er an einigen SB-Filialen (hier steht euch die Technik an 7 Tagen rund um die Uhr zur Verfügung) Geld abhebt – und das Ganze für Kunden der Kreissparkasse und Volksbank komplett kostenlos! Was ist denn da los?„Es geht uns ganz klar darum, allen Bürgerinnen und Bürgern einen kostenfreien Zugang zum Bargeld zu ermöglichen. Deshalb halten wir es für notwendig, in diesem Punkt die Brille des Wettbewerbers abzusetzen. In unseren Augen ist es richtig, eigene Belange hintenanzustellen“ werden beide Banken zitiert.

Unser Baris, der selbst vor 21 Jahren seine Lehre bei der Kreisparkasse Göppingen absolvierte, erklärt das damals für ihn Unmögliche. Aber kurz zu den beiden Geschäftsmodellen:

Sparkassen sind Anstalten des Öffentlichen Rechts und gehören in aller Regel kommunalen Trägern, also Städten oder Gemeinden. Sie dienen nicht in erster Linie der Gewinnerzielung, sondern wurden ursprünglich geschaffen, um auch der ärmeren Stadtbevölkerung die Teilnahme an Bankgeschäften zu ermöglichen. Sie dienen folglich dem Gemeinwohl, und Gewinne müssen folglich auch dem Gemeinwohl dienen, beispielsweise für gemeinnützige Zwecke.

Eine Volksbank gehört ihren Eigentümern, und nur diese dürfen bei einer solchen Bank ein Konto unterhalten (zumindest war dies früher so.) Du musst also einen Anteilsschein kaufen und Miteigentümer der Volksbank werden, wenn Du dort ein Konto führen möchtest. Die Anteilsscheine werden im Übrigen verzinst und dürfen nicht wie Aktien beispielsweise der Deutschen Bank einfach weiterverkauft werden.

Wie auch immer, die beiden großen Banken bei uns kooperieren an vielen Standorten im Landkreis mit gemeinsamen SB-Filialen. Und das freut natürlich auch Ex-Sparkässler Baris.

„Damals musste man sich die KSK und Voba wie Schalke und Dortmund vorstellen. Vielleicht etwas zugespitzt aber best friends waren sie nicht wirklich. Als Azubi haben wie die Konkurrenz damals auch liebevoll Kartoffelverkäufer genannt – wir waren in ihren Augen wiederum die Spaßkässler. Warum, weil die Voba eine Genossenschaftsbank ist und auch Kartoffelsaat verkauft hat.

An was ich mich noch sehr gut erinnern kann, wir haben uns auf die Zwischenprüfungen konzentriert und jeder wollte das bestmögliche Ergebnis erzielen, aber wir wussten natürlich, dass die Prüfungen sehr hart sind und wir nicht alle mit einer 1 oder 2 da raus kommen werden. Dann haben wir von dem damaligen Kollegen unter der Hand gesagt bekommen, egal welche Noten ihr schreibt, Hauptsache ihr seid besser als die Schüler der Voba! Später habe ich erfahren, dass natürlich die Gegenseite das gleiche von ihren Absolventen forderte! In der Berufsschule waren aber alle Azubis beste Freunde. Auf dem Feld bis zur nächsten Schuletappe wiederum bittere Feinde.“

Die SB-Standorte werden bei der Bevölkerung super angenommen. Was ursprünglich als Bargeldservice für die Einwohner der jeweiligen Gemeinden oder Ortsteilen gedacht war, wissen anscheinend auch weitere Kundinnen und Kunden zu schätzen. Manche SB-Filialen werden derzeit sogar häufiger aufgesucht, als die beiden SB-Filialen am Ort zuvor. Beide Banken haben festgestellt, dass sich bargeldloses Bezahlen zunehmender Beliebtheit erfreut, auch sind in beiden Häusern die Anmeldungen zum Online-Banking sprunghaft gestiegen.

Die Vorstände von Kreissparkasse und Volksbank legen jedoch großen Wert darauf, dass dies eine erste Momentaufnahme sei. Insofern sind sie Wettbewerber. Das soll auch so bleiben. Da beide Finanzinstitute sich mit ihrer Geschäftsstrategie jedoch dem Wohl seiner Bürgerinnen und Bürger verpflichtet fühlen, sind sie dennoch bereit, dafür auch unkonventionelle Schritte zu gehen.