Stadtleben

10 Jahre koi mit Erik

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10 Jahre koi mit Erik

Der eine fragt den anderen

// Lieber Erik, wie war es für dich als Laien ein neues Magazin zu starten?

Der Erfolg hat natürlich immer viele Mütter und Väter. Meiner Meinung nach ist das koi mittlerweile ein Geislinger Gemeinschaftsprojekt, in welchem die Leserinnen und Leser aus Geislingen und dem Umfeld ihre Ideen, Sorgen, Events und sonstiges publizieren können. Uns erreichen unglaublich viele Emails und handgeschriebene Briefe mit Anregungen und Ideen, dass es manchmal schwer fällt, daraus auszuwählen.

Dies war zu Beginn noch nicht so, was es natürlich noch spannender gemacht hat. Wie wird etwas neues aufgenommen, wird es überhaupt angenommen, ab wann fängt das koi an sich zu rentieren (Rentabilität heißt bei uns schon die schwarze null) und so weiter. Von einer Schnapsidee, die sich kurz nach dem Abschluss an der Geislinger Hochschule bis heute, also über 10 Jahre später zum jetzigen koi entwickelt hat – können wir glaube ich alle stolz sein.

Also ich sehe das koi als eine Art Baby, welches erst zu zweit gehegt und gepflegt und hochgepäppelt wurde und mittlerweile jedem gehört, der sich mit Geislingen und der Umgebung identifizieren kann.

// Etwas mehr Details bitte.

Naja, es ist ja bekannt, dass wir das koi nebenher betreiben. So eine Sache zu planen und dann mit allem was dazugehört, sei es der Themenwahl, dem Layout (niemand von uns hatte davon eine Ahnung – ich immer noch nicht), die Suche nach Sponsoren, die ins Unbekannte hinein investieren – das alles glich zu Beginn einer Art der Selbstaufgabe, da neben dem Beruf nachts im Gosbacher Kinderzimmer über Monate hinweg das koi entstand.

// Was macht deiner Meinung nach das koi besonders?

Würden wir uns mit diesem Schreibstil als Journalisten bei einer Tageszeitung bewerben (wir sind natürlich keine Journalisten – wobei es keine Grundlage gibt, auf der sich der Begriff „Journalist“ eindeutig festzurren lässt. Denn „Journalist“ ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Prinzipiell dürfte sich jeder „Journalist“ nennen, der sich dazu berufen fühlt.) … Anyway, würden wir gesagt ein“ Bewerbungs-koi“ an eine Tageszeitung schicken, wäre die Jobabsage höchstwahrscheinlich garantiert. Wir schreiben meist unbekümmert, versuchen keine Stellung zu beziehen, was relativ selten gelingt und geben auch fremdgeschriebene Texte meistens eins zu eins weiter, um den Ursprung zu wahren und das ganze so authentisch wie möglich zu belassen. Ich denke die meisten wurden schon einmal von unseren Fotographen erwischt und können sich so mit den Bildern in der Sparte City Pics identifizieren.

Wir versuchen so informativ wie möglich zu unterhalten ohne Hintergründe auszulassen und einer großer Leserschaft eine Plattform zu bieten, die sie genießen können. Wir erzählen viele Geschichten über Menschen, teilweise auch aus der Helicopterperspektive. Wir schreiben beispielsweise nicht über eine Krankheit, sondern über einen Menschen, der diese Krankheit hat. Netterweise folgen uns die Leser 🙂

// Was waren deine Gründe, ein Stadtmagazin gerade in Geislingen zu betrieben?

Gute Frage, das werde ich auch nach 10 Jahren immer noch regelmäßig gefragt. Angefangen hat es damals eigentlich, um Informationen zu bündeln und zu zeigen, dass in Geislingen doch etwas los ist, dass hier interessante Menschen wohnen, die es entweder hier im Ländle oder sonst wo auf der Welt zu irgendwas gebracht haben.

Niemand hatte Internet auf dem Handy, vielleicht ein paar Wenige, Whats app wurde vor 10 Jahren gegründet und hat seinen Weg erst viel Später zu uns gefunden. Hier war eigentlich immer schon viel los, es gab einige Clubs und Festivals aber die Leute wussten eben nicht, wo wie was los war. Kurz zusammengefasst wollten wir das Gemeinschaftsgefühl der Menschen stärken und die Leute aus ihrem Alltag herausreißen. Also nicht nur eine mediale Bereicherung sondern auch die Leute zusammenführen.

// Was wünscht du dem Magazin und den Lesern zum Jubiläum?

120 Ausgaben! Das ist eine stolze Zahl, die uns am Anfang viele Leute und wir uns ehrlich gesagt selbst nicht zugetraut haben. Sie zeigt, welche Relevanz das Magazin für die Leser und die Region hat. Von den Lesern wünsche ich mir, dass sie dem Magazin weiterhin die Treue halten und der Redaktion möglichst viel Feedback geben. Manchmal vergessen wir etwas, manchmal schießen wir übers Ziel hinaus und werden umgehend darauf hingewiesen. Das ist eine tolle Sache. Ansonsten freue ich mich weiter auf viele nette Menschen und an zahlreiche schöne Momente.