Stadtleben

Die Löwentrails

-
Die Löwentrails

Frischluft? Freiheit! Fahrrad!

Die Corona-Krise hat mehr Menschen aufs Rad steigen lassen. Wir sind auch beide sehr häufig mit den (E-) Rädern unterwegs … Und da man ja während Corona irgendwas machen muss, die Fitnessstudios leider zu sind und wandern zwar nett ist aber auch nicht immer, wollen wir dieses Mal die Löwentrails für Mountainbiker vorstellen. Die Wanderwege hatten wir vor einigen Ausgaben schon im Heft…

Liebe Bikerin, lieber Biker, das magische Symbol der Schwäbischen Alb – dem geschichtsträchtigsten Mittelgebirge Deutschlands – ist der einzigartige Löwenmensch. Der Löwe steht für Macht und Würde, Stolz und Kraft und findet sich im Wappen des Landes Baden-Württemberg wieder. Die drei Rundtouren zwischen 16 und 30 Kilometer Länge bieten vor allem für Einsteiger und E-Mountainbiker optimale Voraussetzungen und zeigen die Vielfalt des Albtraufs gekonnt auf. Die Trailanteile sind moderat, so dass technisches Können nicht als Voraussetzung für das Befahren der Runden notwendig ist. Im Fokus steht neben knackigen Anstiegen und der reizvollen Landschaft vor allem der Spaß am Bikesport.

Die Beschilderung und Markierung erfolgt nur in die vorgeschlagene Richtung. Dies hängt mit den Abfahrten und Anstiegen zusammen, die teilweise nur in eine Richtung befahrbar sind. Am Start eines jeden Löwentrails ist eine übersichtliche Informationstafel mit Hinweisen zum Routenverlauf, einem Höhenprofil und der Sehenswürdigkeiten am Wegesrand aufgestellt. Alle Touren stehen als GPX-Track zum Download bereit und können unter www.tourenplaner.lk-gp.de auch vom Smartphone abgerufen werden. Ein respektvolles Miteinander in Wald und Flur ist natürlich Vorrausetzung …

MORDLOCH-RUNDE
Länge: 30,8 km / Dauer: 3:45 Std. /
Höhenmeter: 520 m

Mordlochrunde – © Tobias Fröhner – Landratsamt Göppingen

Rasant hinab ins verträumte Roggental: Der Löwentrail „Mordloch-Runde“ zwischen Geislingen, Böhmenkirch und Donzdorf bietet malerische Ausblicke auf den imposant und steil empor ragenden Albtrauf sowie jede Menge, für die Alb typische Naturlandschaften. Besonders erwähnenswert ist der Aussichtspunkt Maierhalde mit Blick auf den Hohenstaufen sowie die urigen Einkehrmöglichkeiten bei der Kuchalb.

Vom Startpunkt am SC-Parkplatz führt die Strecke zunächst ins idyllische Längental, das kleinste der insgesamt fünf Täler in Geislingen an der Steige. Der erste Anstieg führt erst über schmale naturnahe Wege, anschließend über Forstwege hoch auf den Tegelberg. Kurz nach dem Tegelhof lohnt ein Abstecher zum Kuhfelsen mit sagenhaften Ausblicken ins mittlere Filstal. Danach führt der Weg uns weiter zur Kuchalb. Im Anschluss verläuft die Tour über schöne naturnahe Wege durch den Wald in Richtung Oberweckerstell. Von dort geht es am Segelfluggelände sowie an weiteren Aussichtspunkten ins idyllische Lautertal vorbei zum Messelhof. Wer Zeit hat, sollte unbedingt einen kurzen Abstecher zum Aussichtspunkt Messelstein einplanen, der hoch über Donzdorf thront. Über die Albhochfläche geht es im Anschluss relativ eben voran bis nach Schnittlingen. Ab hier geht es rasant hinab ins Roggental. Über den Ravenstein erreichen wir nach kurzem Stück das Mordloch. Empfehlenswert ist ein Besuch bei der Oberen Roggenmühle, die gemütliche Gastwirtschaft mit schwäbischen Spezialitäten und fangfrischen Forellen vereint. Die Strecke führt danach über den Ortsteil Eybach vorbei an den Himmelsfelsen auf schmalen Pfaden zurück zum Startpunkt. PS: Nimm Rücksicht auf Tiere und Pflanzen.

REUSENSTEIN-RUNDE
Länge: 16,6 km / Dauer: 2:30 Std. /
Höhenmeter: 334 m

Reußensteinrunde – ©Heiko Hermann – Landratsamt Göppingen

Viel Abwechslung bietet der Löwentrail „Reußenstein-Runde“ in Wiesensteig. Die Strecke verläuft größtenteils im Wald, vorbei am idyllischen Lauf der Fils oder der mystischen Kulisse rund um die Ruine Reußenstein. Das junge Filstal kann insbesondere mit geologischen Highlights sowie einer für die Alb so typischen Flora und Fauna aufwarten.
Vom Parkplatz Reußenstein, der mit dem RadWanderBus an Sonntagen optimal zu erreichen ist, steht die eindrucksvolle Ruine nur einen Katzensprung entfernt. Erhaben thront sie auf dem hochragenden Felsenriff am Nordrand der Schwäbischen Alb. Sie zählt zu deren schönsten Burgruinen mit einem herrlichen Blick ins Neidlinger Tal.

Der Streckenverlauf führt zunächst vorbei am Hofgut Reußenstein entlang der Grenze des Biosphärengebiets Schwäbische Alb. Von dort folgen wir dem Wegeverlauf über die ebene Albhochfläche bevor es kurz nach dem Fohlenhaus hinab ins Schöntal geht. Nach kurzer Fahrt auf asphaltiertem Weg führt uns die Route wieder hinauf zum Lammwirtsteich. Ab hier verläuft die Tour auf Halbhöhenlage unterhalb des Sommerbergs mit schönen Ausblicken auf das im Tal gelegene Städtchen Wiesensteig. Nach dem Katzenfelsen geht es bergab ins Tal, vorbei am Wiesensteiger Freibad, das hoffentlich bald wieder zu einer erfrischenden Pause einlädt, in Richtung Papiermühle. Wir fahren weiter zum nächsten Höhepunkt der Tour: dem Filsursprung. Dort erwartet uns neben einer Schutzhütte und zwei Grillstellen eine beeindruckende Kulisse aus Wiesen, Wäldern und der jungen Fils. Über das wildromantische Hasental gelangen wir mit moderatem Anstieg wieder zurück auf die Albhochfläche zum Ausgangspunkt.

TEUFELSLOCH-RUNDE
Länge: 29,7 km / Dauer: 3:45 Std. /
Höhenmeter: 620 m

TEUFELSLOCH-RUNDE – © Tobias Fröhner – Landratsamt Göppingen

Traumhafte Aussichten ins Vorland der Schwäbischen Alb bietet der Löwentrail „Teufelsloch-Runde“ rund um Bad Boll und Gruibingen. Der Weg führt vorbei an der Kornberghütte, am Boßlerhaus am Deutschen Haus. Letzteres kann mit einem schönen Biergarten, der einen guten Blick auf den Hohenstaufen, den Hausberg Göppingens, bietet, aufwarten. Die Jahrhundertsteine am Gruibinger Wiesle regen mit teilweise provokativen Schlagwörtern aus der Geschichte zum Nachdenken an.

Vom Startpunkt an der Sickenbühlhalle in Gruibingen geht es ein kurzes Stück auf asphaltierter Straße durch den beschaulichen Ort zur Buchsteige. Von dort folgt der Weg auf Halbhöhe unterhalb des Burgstalls in Richtung Mühlhausen im Täle. Dabei haben wir immer wieder schöne Ausblicke in das nahe Filstal.

Die Tour führt über Mühlhausen im Täle am Fuße des Rufsteins entlang zurück nach Gruibingen. Nach weiterer kurzer Strecke durch den Ort gelangen wir über einen gemächlich ansteigenden Forstweg am Mähdeles Berg vorbei zum Kornberg mit dem Kornberghaus, das am Wochenende bewirtschaftet ist. An Wacholderheiden und saftigen Buchenwäldern vorbei gelangen wir zum Kornbergsattel, von wo es steil abwärts in Richtung Königshau geht.

Die Tour folgt auf Halbhöhe dem Forstweg durch den Wald bevor es über einen schmalen Waldweg hinab nach Eckwälden geht. Im Anschluss passieren wir das „feuchte“ Teufelsloch und es geht wieder steil bergauf zum Boßlerhaus. Auch dort lohnt eine kurze Einkehr. Am kurz darauf folgenden Gruibinger Wiesle belohnt eine fantastische Aussicht und die Jahrhundertsteine die Strapazen. Über den Häringer Steig geht es hinab ins Winkelbachtal und zurück an den Ausgangspunkt der Tour.

Titelbild: © Tobias Fröhner – Landratsamt Göppingen