Stadtleben

Garten – Der Frühling kommt

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Garten – Der Frühling kommt

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Wie ich mich freue, dass nun wieder die warme Saison beginnt. Egal wie schön Schnee und Eisblumen sein können, die warme Jahreszeit ist mir die liebere Zeit.

Menschen die Gärten lieben und Obst- und Gemüse selbst anbauen, bereiten sich jetzt auf eine erfolgreiche Gartensaison vor, denn, ihr habt es bereits geahnt, auch damit lässt sich viel CO2 sparen. Denn was direkt neben der Haustür wächst, braucht null Komma null Transport. Außerdem kann man im Garten immer so viel Gemüse holen, wie man gerade braucht und vor allem kurz bevor man es braucht. So frisch und so geschmackvoll kann man es sonst gar nicht kaufen.

Im eigenen Garten, kann man alte Sorten anbauen, die ihr niemals im Sortiment eines Supermarktes und auch nicht beim Bioladen findet. Vor noch nicht allzu langer Zeit pflegte jeder Gemüse- und Obstbauer seine eigenen Sorten, die perfekt auf die eigene Region angepasst waren. Das Wissen um diese Sorten und die Samenvermehrung ging zu einem guten Teil verloren. Saatgut wird oft nur im Laden gekauft und dadurch ist das Angebot geschrumpft und viele Sorten sind nach und nach verschwunden.

Zum Glück gibt es eine Bewegung, die mehr für die Artenvielfalt und die alten Sorten tun will. Hier kann jeder Hobbygärtner einen Beitrag leisten. Händler und Gärtnereien haben die Zeichen der Zeit erkannt und bieten wieder Saatgut, Setzlinge oder Pflanzen fast vergessener Arten an.

In Geislingen gibt es am 5. März auf dem Wochenmarkt Altenstadt und am 9. März auf dem Wochenmarkt in der oberen Stadt die Möglichkeit zum Samentausch. Wer sein Gemüsebeet möglichst variantenreich bepflanzt, hat zudem mehr Abwechslung auf dem Teller, isst gesund und kann durch eine gut gewählte Fruchtfolge seine Beete optimal nutzen.

Überhaupt ist der Einkauf bei den Geislinger Wochenmärkten eine gute Chance komplett ohne Plastikverpackung einzukaufen. Jeden Mittwoch in der oberen Stadt und jeden Samstag in Altenstadt. Es werden sehr viele regionale Produkte angeboten.

Klimawandel und Artenvielfalt

Was das miteinander zu tun hat? Nun, es sind beides große Herausforderungen unserer Zeit. Es gibt sehr viele Arten, die bereits ausgestorben sind oder kurz davor stehen. Für eine stabile Umwelt, die auch uns ausreichenden Lebensraum bieten soll, braucht es einen großen Artenreichtum.

Der Klimawandel bringt viele Arten aus dem Gleichgewicht. Zum Beispiel Obstbäume blühen häufig früher und dann können späte Fröste die ganze Ernte vernichten. Immer noch gibt es die Eisheiligen, die früher von den Menschen befolgt wurden. Dazu gibt es alte Bauernregeln. Der letzte Frost droht demnach durch die Kalte Sophie „Vor Nachtfrost bist Du sicher nicht – bis Sophie vorüber ist“. In den letzten Jahren beobachte ich, dass immer mehr Menschen nicht darauf achten und am Ende ihre Setzlinge zweimal kaufen. Also wartet, wenn Ihr kein frostsicheres Gewächshaus habt, bis die Sophie vorbei ist. Das spart ebenfalls CO2, denn je früher die Pflanzen gezogen werden, umso mehr wurden die Gewächshäuser beheizt, umso mehr Energie wird dafür benötigt und die ist noch zu einem großen Teil nicht CO2-neutral.

Insgesamt importierte Deutschland 2020 3,5 Millionen Tonnen Frischgemüse und 5,5 Millionen Tonnen frisches Obst. In Deutschland selbst werden pro Jahr 4 Millionen Tonnen Freilandgemüse geerntet. Das heißt, es wird gerade mal die Hälfte hier angebaut und sehr viel mehr wird importiert. Also ran an Garten oder Balkon und lasst uns ein klein wenig davon selbst anbauen.

Frühlingsgrüße
Eure Elke Bühler