Stadtleben

Geislingens Dächer

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Geislingens Dächer

Solarenergie

Da Nachhaltigkeit ja immer wichtiger wird (oder besser gesagt das Verständnis dafür schlussendlich bei den Leuten wächst), der Strom gerade teurer wird und der Schwabe Angst um sein Erspartes hat, haben wir uns ein paar Gedanken gemacht, wie es denn wäre, wenn jeder Geislinger auf seinem Haus eine Solaranlage installieren würde und wie viele bereits eine Anlage auf dem Dach haben. Das Albwerk hat uns wie immer wunderbar mit Infos versorgt, vielen Dank dafür!

In Geislingen mit Teilorten gibt es rund 504 Photovoltaik-Anlagen. Tendenz steigend. Es lässt sich nicht so einfach sagen, wie viele Häuser es diesbezüglich gibt – da nicht alle Häuser bzw. Gebäude für eine Photovoltaik-Anlage geeignet sind. Dass Geislingen aber an sich sehr gut für PV geeignet ist, kann man dem baden-württembergischen Solarkataster entnehmen: www.energieatlas-bw.de/sonne/dachflachen/potenzial-dachflachenanlagen. Zur Amortisation: Wenn wir vom Einfamilienhaus ausgehen, das an sich gut für eine Photovoltaik-Anlage geeignet ist, können wir von einer Amortisationsdauer von 9-11 Jahren ausgehen. Dabei gilt jedoch: Auf Eigenverbrauch setzen, also einen Teil des selbst erzeugten Stroms auch selbst verbrauchen.

Wie gut das gelingt ist aber eben auch abhängig vom Nutzungsverhalten. Wann ist man daheim? Wann laufen die Geräte? Den ganzen Tag oder nur morgens und abends? Wenn ein Stromspeicher hinzukommt, verlängert sich die Amortisation derzeit noch um 1-2 Jahre. Allerdings spart man damit eben dann nach der Amortisation auch mehr Stromkosten. Schließlich spielen auch die Stromkosten an sich eine Rolle: Je höher der Strompreis für zugekauften Strom ist, desto schneller amortisiert sich auch die Anlage. Eine durchschnittliche PV-Anlage mit einer Leistung von 6 kWp kostet ca. 8.000 Euro. Sie erzeugt etwa 5.400 kWh Strom im Jahr, was in etwa dem Verbrauch einer 4-köpfigen Familie entspricht. Aber das heißt noch nicht, dass es die Familie schafft, auch 100 % ihres eigenen Stroms zu verbrauchen. Mit einem Stromspeicher ist 80 % wirklich schon ein ausgezeichneter Wert.

Für Netzbetreiber wie das Albwerk besteht die Pflicht, jede Photovoltaik-Anlage an das Netz anzuschließen. Damit das Netz diesen Belastungen standhalten kann, werden Netzentwicklungsplanungen gemacht. Dabei werden verschiedene Szenarien simuliert und berechnet. Basierend darauf wird das Netz entsprechend ausgebaut, z.B. neue Leitungen verlegt, bestehende Leitungen verstärkt oder Umspannwerke nachgerüstet. Wird mehr Strom im Netzgebiet erzeugt als verbraucht, wird dieser Strom über die Umspannwerke Richtung Stuttgart abtransportiert. Das geschieht schon jetzt bei uns zeitweise an rund 150 Tagen im Jahr. Übrigens: Meist liegt der Spitzentag für PV nicht im Hochsommer, sondern eher im Frühsommer, wenn noch ein kühles Lüftchen weht und die PV-Module kühlt. Da wird dann noch effizienter produziert.

Zum Recycling: PV-Module können recycelt werden, da sie überwiegend aus Aluminium, Glas, Kunststoffen und Silizium bestehen. Die heutige Recycling-Quote liegt bei rund 80 %. Das ist auch dadurch bedingt, dass die EU-Richtlinie zum Recycling von Elektroschott (WEEE) verlangt, dass 85 % aller verkauften Module eingesammelt und mindestens 80 % recycelt werden sollen.

Uns hat interessiert, ob mit der neuen Regierung mit Änderungen zu rechnen sind: „Momentan liegt außer dem Sondierungspapier noch nichts konkretes vor. Wir gehen davon aus, dass die EEG-Umlage politisch weiter gesenkt oder abgeschafft wird. Im Gespräch ist auch, ob Einnahmen aus CO2-Zertifikaten irgendwie zur Entlastung der Bürger herangezogen werden. Aber wie gesagt, konkret ist da noch nichts. Was jedoch klar ist (und beispielsweise in Baden-Württemberg schon beschlossen), ist, dass es verstärkt zu einer Solarpflicht auf Dächern kommen wird.“