Stadtleben

Geislinger Reisebüro TRAVEL-SERVICE berichtet

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Geislinger Reisebüro TRAVEL-SERVICE berichtet

Die Zeit nach Corona

Langsam trauen sich die ersten wieder zu verreisen. Natürlich bleibt das Ungewisse. Wie entwickeln sich die Infektionszahlen, wie sieht der Urlaub nach oder mit Corona aus und natürlich: Wo solls hingehen?

Beliebte Urlaubsorte in der Bundesrepublik könnten in diesem Jahr einen Reiseboom von Einheimischen erfahren, meint Gudrun Gutmann. Sie ist Inhaberin des Reisebüros TRAVEL-SERVICE in der Überkinger Str. 61 in Geislingen und derzeit täglich damit beschäftigt, Lösungen für und mit ihren Kundinnen und Kunden zu finden, die wegen des Coronavirus in diesem Sommer auf ihren Auslands-Urlaub verzichten werden.

Reisebüros wurden von der Pandemie brutal und nachhaltig getroffen, betont sie. Durch verschiedene Umbuchungsmöglichkeiten würden derzeit einige Leute ihre Reiseziele vom Ausland ins Inland verlegen. Viele Kunden möchten im Sommer an die Ost- und Nordseeküsten, nach Bayern, in den Harz oder langsam wieder in das nahe Europa, welches fahrbar zu erreichen ist. Man merkt, dass die Leute in den Urlaub fahren möchten und es eine gewisse Sehnsucht gibt!

Andere hingegen würden ihre für den Sommer gebuchte Reise direkt um ein Jahr verschieben: „Die meisten wollen Sonne, Strand und Meer – und zwar mit Garantie. An den deutschen Küsten fehlt ihnen da die Planungssicherheit“, schildert Gudrun. Die gemeinsame Lösungssuche mit den Kundinnen und Kunden gestalte sich sehr entspannt. Sie habe ein „sehr gutes Publikum“, größtenteils Stammkunden. „Man merkt, die Kunden leiden mit den Reisebüros. Das sieht in den Großstädten, wo vieles deutlich anonymer ist, anders aus.“

Doch trotz einer überaus kooperativen Kundschaft bezeichnet Gudrun die derzeitige Corona-Situation mit drastischen Worten: „Es ist eine absolute Katastrophe. Wir haben nur Kosten und keine Einnahmen.“

Ihr ist bewusst, dass auch Gastronomie oder Friseure – um nur zwei Beispiele zu nennen – zu kämpfen haben. Aber: „Wir sind diejenigen, die mit am längsten brauchen, um die Situation wirtschaftlich wieder aufzufangen. Reisebüros, die vor dieser Krise kein finanzielles Polster hatten, sind wirklich aufgeschmissen. Andere öffnen ihre Läden wieder und nehmen sofort wieder etwas ein. Wenn wir wieder Reisen verkaufen, sind diese zum Großteil erst 2021 – und erst, wenn die Kunden ihre Reise antreten, bekommen wir Geld. Mit den laufenden Kosten müssen wir gucken, dass wir es schaffen. Allerdings steigen gerade die Anfragen für Flugreisen ab September für die letzten vier Monate des Jahres wieder, weil die Sehnsucht nach Sonne, Meer und Strand einfach da ist und diese durch einen Urlaub im eigenen Land zu der Zeit nicht zu ersetzen ist. Allerdings ist das alles noch sehr verhalten.“

Die Reisebüros sind für die Kundinnen und Kunden da.
Oftmals melden sich Menschen telefonisch, die online eine Reise bei einem Veranstalter gebucht haben und jetzt ohne Informationen dastehen. „Teilweise sind die Veranstalter telefonisch nicht erreichbar. Auch für uns nicht. Das geht alles nur per Mail.“ Wer im Reisebüro vor Ort gebucht hat, stehe nun auf der deutlich besseren Seite – „Wir sind für die Kunden da. Es soll keiner im Regen stehen gelassen werden“, formuliert es Gudrun wohl stellvertretend für alle Kolleginnen und Kollegen.

Die Deutschen sind zwar keine Reiseweltmeister mehr, belegen aber 2019 immerhin Platz drei unter den Regionen, aus denen die meisten internationalen Reisenden stammen. Nur aus den USA und China finden mehr Reisen ins Ausland statt. Laut dem Bericht Global Destination Cities Index: Origins von Mastercard überholen sie dabei die Briten nicht nur im Gesamtranking, sondern auch bei den Reisen in das beliebteste Reiseziel der beiden Nationen: Palma de Mallorca. Direkt auf die balearische Hauptstadt folgen in der Beliebtheit bei deutschen Reisenden gleich zwei Bergdestinationen: Bozen im Südtirol und das Tiroler Unterland.

Für die vielreisenden Geislinger – bei Buchungen freuen sich eure heimischen Reisebüros!

„Wir freuen uns, wenn es wieder losgeht und wir uns mit Buchungen statt Stornierungen beschäftigen können – denn wir alle wollen am Ende nur wieder Reiseträume verkaufen“, bringt es Gudrun auf den Punkt.