Stadtleben

Giftköder in Geislingen ausgelegt

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Giftköder in Geislingen ausgelegt

Vorsicht Hundebesitzer*innen

In Geislingen hat wieder ein einmal ein Tierhasser mit Giftköder ausgelegt. Als Tatort hat er sich den Löwenpfad „Weitblick-Tour“ (Längental, Kuchalb, Panoramaweg am Tegelberg) ausgesucht. Natürlich hatte auch gleich ein Hund das Pech, sich einen solchen Köder einzuverleiben, konnte aber zum Glück noch rechtzeitig behandelt werden.

Nur wohnen im Wald ja auch andere Lebewesen, die mit Sicherheit nicht so viel Glück hatten, ein aufmerksames Herrchen an der Seite zu haben und verenden qualvoll in ihrem Bau oder im Busch … und falls dies der kranken giftköderauslegenden Seele noch immer nicht zum Umdenken hilft: Auch kleine Kinder bewandern unsere Wege mit ihren Eltern … Die Stadtverwaltung warnt also Hundebesitzer*innen und Eltern von kleinen Kindern vor Giftködern im Stadtgebiet, insbesondere auf Wanderwegen.

Immer wieder kommt es zu Vorfällen von ausgelegten Giftködern, durch die zumeist Hunde zu Schaden kommen. Es gibt aber auch immer wieder Meldungen von Katzen oder Wildtieren, die solche Köder gegessen haben. Schnell sagt man, dass ein Tier- oder Hundehasser am Werk ist. Oder jemand, der sich vielleicht über Hundekot oder Gebell ärgert. Doch von dem Punkt, sich über ein Tier zu ärgern, bis zu der Tat, es durch sein Handeln äußerst qualvoll zu töten, ist es ein enormer Schritt. Die durch Gift oder Rasierklingen versetzten Köder führen zu inneren Blutungen, Krämpfen, großen Schmerzen und schließlich zum Tod. Niemand, der psychisch gesund ist, möchte einem Lebewesen so etwas antun.

Zahlreiche psychologische Studien zeigten, dass solche Tierhasser psychisch gestört sind. Der Täter möchte Macht ausüben und empfindet Lust, Hunde und vor allem auch ihre Besitzer zu quälen. Sie haben Spaß daran, den Tieren Qualen zuzufügen. Allein die Vorstellung, wie das Tier aufgrund seiner Tat leidet, bereitet diesem psychisch gestörten Menschen Freude. Daher sind sich Mediziner einig, dass solche Täter dringend psychologisch behandelt werden müssten. Auch zeigen Studien, dass die Mehrzahl der Täter, die sich an Menschen vergehen, bereits vorher Tiere gequält haben. Es hat sich gezeigt, dass es oft Serientätern irgendwann nicht mehr reichte, Tiere zu quälen. Sie vergehen sich später dann an Menschen.

In den seltensten Fällen würden die Täter überführt. Die Täter agierten schnell und ungesehen. Häufig fehlten Beweise. Durch die Sensibilisierung der Öffentlichkeit helfen aber zunehmend Menschen, die Täter ausfindig zu machen, melden weitere Köderfunde oder verdächtige Personen. Tiere sind in unserer Verfassung geschützt. Das gezielte Vergiften und Verletzen von Hunden ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine ernst zu nehmende Tierquälerei und eine Straftat, die mit einer Gefängnisstrafe von bis zu drei Jahren bestraft werden kann. Mehr wäre besser!

Doch was treibt Tierhasser noch zu solchen Taten?
Da gibt es einige Möglichkeiten. In den meisten Fällen handelt es sich um Beziehungsdelikte zwischen Nachbarn, die eskalieren. Zum anderen gibt es auch Menschen, die einfach Tiere hassen. Diese wurden dann meistens von solchen Tieren früher bedroht. Oder haben eine Schmutzphobie und verbinden Tiere mit Dreck. Andere können die Freude nicht ertragen, die Hundebesitzer an ihren Hunden haben. Grundsätzlich braucht es eine Boshaftigkeit und einen Auslöser, der zur Eskalation führt. Vor allen Dingen sind diese Menschen von Wut angetrieben.

Solche Leute haben meistens den ganzen Tag nichts zu tun, ärgern sich über alles — zum Beispiel über Hunde. Sie haben keinen Kontakt zu den Nachbarn oder wenn dann nur schlechten, also ist kein Dialog möglich. Mit ihrem Leben sind sie sowieso nicht zufrieden. Das führt dann dazu, dass sie Bäume ihrer Nachbarn vergiften oder solche Wurstköder aussetzen. Weitere potenzielle Auslöser können fahrlässige Hundebesitzer sein, die ihrem Vierbeiner alles erlauben. Sie lassen ihren Fifi überall spielen oder wahlweise im Garten des Nachbarn ihr Geschäft verrichten. Somit schaffen die Hundehalter solche Konflikte mit ihren Mitmenschen (was natürlich trotzdem keinen Grund darstellt). Auf der anderen Seite haben die Täter natürlich eine andere Beziehung zum Hund. Sie sehen ihn mehr als Gegenstand. Das Tier kann man beiseiteschaffen und dann hat man Ruhe. Das ist einfach eine andere Gewichtung von Werten und Moral. Das Ordnungsamt sucht jetzt nach Zeugen. Möglicherweise haben auch andere Personen ähnliche Entdeckungen gemacht oder verdächtige Personen beobachtet. Hinweise bitte an das Ordnungsamt Geislingen unter 07331/24-252.

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