Stadtleben

Inter Mailand – SC Geislingen 2:5

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Inter Mailand – SC Geislingen 2:5

Sensationelles Match des Sport-Clubs feiert 30-jähriges Jubiläum

Vor 30 Jahren kam es für die Kicker aus dem Eybacher Tal in Italien zu einem ganz besonderen Spiel.

Roland Eitel, aus der Marketingabteilung des Geislinger SC, berichtet von einer Begegnung, die mit Fug und Recht in die ruhmreiche Geschichte des Traditionsvereins einging. Wie kam es zum Aufeinandertreffen des Oberligisten aus der Fünftälerstadt mit einem lombardischen Renommierklub?

Inter Mailand – SC Geislingen 2:5 – 30-jähriges Jubiläum eines besonderen Spieles

1991 ist lange her – 30 Jahre sind im Fußball eine lange Zeit. Spieler wie Manuel Neuer waren damals vier Jahre alt – Joshua Kimmich noch gar nicht auf der Welt. Und der SC Geislingen war damals im Februar noch im Winter-Trainingslager in Menaggio (Comer See). Seine Finger im Spiel hatte von Anfang Jürgen Klinsmann, der Geislinger, der ab 1989 beim Inter Mailand spielte und ebenfalls am Comer See wohnte. Jürgen Klinsmann hatte sechs Monate nach der Weltmeisterschaft in Italien das gesamte Trainingslager organisiert, so dass der damalige Oberligist 420 Kilometer in den Süden fahren, im Hotel wohnen und mehrmals täglich trainieren konnte. Es fehlte an nichts. Trainer der Geislinger war Max Fischer, sein Assistent Werner Gass, heute noch einer der engsten Vertrauten von Jürgen Klinsmann.

Der von Klinsmann erstellte Plan versprach einiges. Training – aber auch Ausflüge, wie zum Beispiel als Highlight am letzten Tag der Besuch des Spieles von Inter Mailand gegen AC Turin und natürlich auch Freundschaftsspiele. Zum Beispiel gegen den FC Lugano, damals Tabellenfünfter der Nationalliga A in der Schweiz. Einem Spiel wurde von Anfang an weniger Aufmerksamkeit gewidmet, angesichts dieses Rund-um-Programms: „FC Appiano Gentile“ stand auf dem Programm, dahinter: „italienischer Amateurverein“. Und so war es sogar in der Geislinger Zeitung angekündigt.

Doch als die Geislinger vor genau 30 Jahren auf dem Sportgelände des „Gegners“ ankamen, merkten sie, dass irgendwas nicht stimmt. Denn Appiano Gentile ist kein Amateurverein sondern so heißt der Ort, auf dem sich das Trainingsgelände von Inter Mailand („Le Pinetina“) befindet. Und der Gegner war dann auch kein Amateurverein, sondern die komplette erste Mannschaft von Inter, zu jener Zeit Tabellenführer der Serie A. Statt einer Amateurtruppe standen an jenem Nachmittag auf der anderen Seite Spieler wie Matthäus, Klinsmann, Berti, Bergomi, Ferri, Baresi, Stringara, Battistini. Nur Andreas Brehme fehlte. Und Schiedsrichter war nicht ein italienischer Amateur-Referee, sondern der Maestro selbst: Inter-Trainer Giovanni Trappatoni. Noch auf dem Gelände in Appiano Gentile suchten die Geislinger ihren richtigen Gegner, bis Jürgen Klinsmann gemeinsam mit Werner Gass, der als einziger vom gesamten SC-Tross eingeweiht war, das Geheimnis lüftete. So gab es auch keinerlei Zeit, nervös zu werden und die Geislinger hielten wacker mit. Vor allem in der zweiten Hälfte, als der Schiedsrichter-Trainer Trappatoni Klinsmann, Matthäus, Bergomi, Baresi und Torhüter Molgroglis auswechselte.

Am Ende hieß es 4:3 für Inter Mailand. Berücksichtigt man aber, dass Jürgen Klinsmann zwei Tore für Inter erzielte, gewann Geislingen an jenem Tag mit 5:2. So gehört es eigentlich in die Geschichtsbücher.

Inter Mailand: Molgroglis,- Iorio, Matthäus, Berti, Pizzi, Bergomi, Baresi, Stringara, Ferri, Klinsmann, Battistini
SC Geislingen: Bielke – Schmid, Breitenbach, A. Mayer, St. Mayer, Schurr, Gaspa, Ralf Allgöwer, Hoffmann, Huber, Honold.Eingewechselt: Wolf Green, Frömmel, Donabauer

Bild: Archiv SC Geislingen