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Michelberg-Gymnasium

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Update über die neuesten Entwicklungen

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Beim sanierten Mi-Gy gibt es erhebliche Mängel. Fachleute haben festgestellt, dass in vielen Bereichen nicht mit der notwendigen fachlichen Sorgfalt gebaut wurde.

Oberbürgermeister, Stadtverwaltung, Gemeinderat und Schulleiter Heiner Sämann waren geschockt über diese neuesten Erkenntnisse. „Die schlimmsten Befürchtungen sind eingetreten“, sagt Oberbürgermeister Frank Dehmer. „Zuvor ging man davon aus, dass nur in Teilbereichen nachgebessert werden muss. Die Summe der Mängel hat allerdings dazu geführt, dass wir die Sachlage neu bewerten mussten. Es hatte sich nämlich herausgestellt, dass nahezu der komplette sanierte Bereich im Prinzip erneut saniert werden muss. Das war für uns alle ein herber Schlag ins Gesicht.“

Während der vorangegangenen mehr als zweijährigen Generalsanierung des MiGys wurde abweichend vom genehmigten Brandschutzkonzept gebaut. Klar war jedoch auch, dass diese Maßnahmen nichts für die Ewigkeit sind. „Aufgrund der im Frühjahr 2019 neu gewonnen Erkenntnisse über die Mängel beim vorbeugenden Brandschutz hat das eingeschaltete Brandschutzsachverständigenbüro die Nutzungszeit der Schule bis Ende 2019 begrenzt und für die Zeit bis dahin Auflagen gestellt, um einen sicheren Schulbetrieb zu garantieren“, sagt Joachim Burkert vom Geislinger Stadtbauamt.Ziemlich schnell kristallisierte sich heraus, dass die Schule – ganz egal für welche MiGy-Lösung sich der Gemeinderat entscheidet – ausgelagert werden muss – in rund 300 mobile Unterrichtseinheiten.

Aus diesem Grund und im Hinblick auf den anstehenden Umzug der Schule in die mobilen Unterrichtseinheiten, der den Schulunterricht sowie laufende Abiturvorbereitungen beeinträchtigen könnte, wurde eine Lösung erarbeitet, um den Schulbetrieb im bestehenden Gebäude bis zu den Sommerferien 2020 zu verlängern. „Grundsätzlich ist der vorbeugende Brandschutz keine Verhandlungssache, denn die Auflagen und Forderungen basieren auf kalkulierten Risiken“, sagt Oberbürgermeister Frank Dehmer. Infolge der Mängel beim vorbeugenden Brandschutz wurde jetzt ein zielorientiertes Lösungskonzept zur Sicherstellung eines geordneten Schulbetriebs im bestehenden Gebäude bis zum 31. Juli 2020 erarbeitet.

Das sind die Maßnahmen:
Die Möglichkeiten für einen Löschangriff müssen verbessert werden. Die geschlossene Fassade mit den dahinterliegenden Brandlasten stellen die örtliche Feuerwehr bei der Brandbekämpfung momentan vor Probleme – personell sowie in der Vorgehensweise. Die Forderung des Brandschutzsachverständigenbüros ist daher:
1. ein Teil (25 bis 30 %) der Glaselemente der vorgebauten Fassade muss für einen Löschangriff zugänglich gemacht – sprich entfernt – werden.
2. die Feuerwehr muss in der Übergangszeit personell so ausgestattet sein, dass immer vier Kräfte für die Brandbekämpfung unmittelbar zur Verfügung stehen.

Punkt 2 konnte bereits erfolgreich in die Wege geleitet werden, bei Punkt 1 hängt ein anderer wichtiger Punkt dran: das Klageverfahren bezüglich der Fassade. „Selbstverständlich wollen wir sämtliche möglichen Schadensersatzansprüche geltend zu machen“, sagt Oberbürgermeister Frank Dehmer. „Dazu werden derzeit mehrere Klageverfahren für sogenannte Schadensklassen vorbereitet.“

Bevor jedoch die Fassade in Teilen geöffnet werden kann, damit die Brandbekämpfung gesichert ist, muss ein vom Gericht bestellter Sachverständiger den Schaden untersuchen und Beweise sichern. Dieser sogenannte „Antrag zur Durchführung eines Selbständigen Beweisverfahrens“ wurde bereits Anfang September 2019 beim zuständigen Landgericht Ulm eingereicht. Wie lange der Schulbetrieb in den mobilen Unterrichtseinheiten stattfinden wird, ist noch unklar. „Wir rechnen mit vier bis sechs Jahren. Das hängt aber maßgeblich damit zusammen, für welche MiGy-Lösung sich der Gemeinderat entscheidet und auch wann diese Entscheidung getroffen wird“, erklärt Oberbürgermeister Dehmer.

Diese drei Möglichkeiten werden geprüft:
Variante 1: Abbruch & Neubau an gleicher Stelle
Variante 2: Neubau neben dem Helfenstein Gymnasium
Variante 3: Sanierung der fehlgeschlagenen Generalsanierung

Variante 3 ist mit knapp 25 Millionen Euro reinen Baukosten die günstigste Möglichkeit im Vergleich zu Variante 1 mit 26.530.000 Euro und Variante 2 mit 36.700.000 Euro. Ein kleiner Hoffnungsschimmer ist das Klageverfahren. Hier versucht die Stadtverwaltung möglichst viel vom entstandenen Schaden zurückzubekommen.

 

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