Stadtleben

Oberbürgermeisterwahl 2022 mit Frank Dehmer

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Oberbürgermeisterwahl 2022 mit Frank Dehmer

Wir haben uns gedacht, die Gedanken der beiden Geislinger Bewerber zur OB-Wahl ein wenig Revue passieren zu lassen und Peter Perner und Frank Dehmer nochmal zu den Erlebnissen zu befragen. Wie waren die Wahl und die Erfahrungen? Für den einen als Politiker, für den anderen als „Greenhorn“ in diesem Bereich … Was hat derjenige, der jetzt nicht OB wurde bei den Wahlkampfveranstaltungen gelernt, was hat ihn inspiriert, wie kann er sich dennoch weiterhin für Geislingen einsetzen und den Wünschen seiner 1000 Wähler gerecht werden?

Ein persönlicher Wahlkampfrückblick von Frank Dehmer

Wir haben im Vorwort der letzten Ausgabe schon kurz gratuliert, da wir aber einige Minuten nach Wahlergebnis in den Druck sind, wurde es mit einem Statement des neuen alten OBs ein wenig knapp. Besser spät als nie :

Der alte Oberbürgermeister ist der neue. Bei der Wahl am 26. Juni wurde Frank Dehmer mit 58,31 Prozent der Stimmen für eine weitere Amtszeit zum Oberbürgermeister von Geislingen an der Steige wiedergewählt. Herzlichen Glückwunsch! „Ich freue mich sehr, dass ich erneut acht Jahre Geislingens Oberbürgermeister sein darf“, sagt Frank Dehmer. Grund genug einen Blick auf den zurückliegenden Wahlkampf zu werfen – natürlich aus der Sicht des OBs:

„Mein Wahlkampf startete nicht erst in diesem Jahr“, sagt Frank Dehmer. „Er begann schon viel früher – um ehrlich zu sein schon im Jahr 2014, als ich das erste Mal als Oberbürgermeister gewählt wurde. Der Beginn der Amtsgeschäfte stellte quasi den Start des Wahlkampfs für 2022 dar. Ende 2021 überlegte ich daher, welche Dinge, die ich im Wahlkampf vor acht Jahren als Themen benannt hatte (und welche ich mir vorgenommen hatte sie umzusetzen) auch erreicht hatte. Sicher waren die vergangenen Jahre nicht immer einfach und die Zeit im Rathaus nicht immer ein Zuckerschlecken.

Wir mussten einige Krisen bestehen und immer wieder waren schwierige Entscheidungen zu treffen (u.a. MiGy, Freibad, Helfenstein-Klinik oder auch die Corona-Pandemie oder die Flüchtlingskrise 2015/2016). Unterm Strich hatte ich mich jedoch als jemand, dessen Herz für unsere Stadt schlägt, getreu meinem damaligen Wahlmotto „Mir geht`s um Geislingen!“ immer für die Belange unserer Stadt und ihrer Menschen eingesetzt und so traf ich die Entscheidung erneut zu kandidieren, erneut als Oberbürgermeisterkandidat anzutreten! Daraufhin wurden Überlegungen zu den Inhalten des Wahlkampfs und die Zeitplanung festgelegt.

Ganz wichtig war mir dabei auch das Motto „EINER FÜR ALLE“, denn ich möchte auch weiterhin ein Oberbürgermeister für alle Einwohner*innen sein – für große und kleine Menschen, junge und ältere, mit und ohne Behinderungen, Unternehmer*innen und Arbeitnehmer*innen, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund und Bewohner*innen aus der Kernstadt und den Stadtbezirken – eben einer für ALLE! Am 9. April warf ich meine Bewerbung dann in den Rathaus-Briefkasten – jetzt gab es kein Zurück mehr!

Am Wochenende vor dem Bewerbungsschluss – also noch vor Bekanntwerden der Gegenkandidaten – hängten wir dann die Plakate und Banner auf, meine Homepage ging online und die ersten Flyer wurden verteilt. Am 30. Mai wurde dann bekannt, dass es zwei Gegenkandidaten geben wird: Peter Perner und Matthias Winter. Mit Konkurrenz hatte ich stets gerechnet, weshalb ich vermutlich etwas weniger überrascht war als einige andere. Die Planungen für meinen Wahlkampf waren zu diesem Zeitpunkt jedoch schon lange gelaufen und das war auch kein Problem: Sie richteten sich danach, den Menschen meine Pläne für die kommenden acht Jahre zu vermitteln, und nicht andere Kandidat*innen oder deren Positionen zu bewerten oder gegen sie einen Wahlkampf zu führen – ich wollte einen Wahlkampf für mich führen. Spannend war es aber dann natürlich trotzdem, wie die Menschen reagieren würden.

Dann ging’s in die „heiße“ Phase des Wahlkampfs. Die Geislinger Zeitung veröffentlichte ein Portrait jedes Kandidaten. Bei mir stand als Überschrift „Ich bin kein Selbstdarsteller“ darüber. Das passte perfekt, denn ich orientiere mich seit Jahren an unserem nachhaltigen Zukunftskonzept MACH5, das von Bürgern, Gemeinderat und Verwaltung erarbeitet wurde.

Meine Visionen für die Zukunft sind die dort zusammengetragenen! Ob in den Stadtbezirken, vor dem Supermarkt, beim Wochenmarkt in der Fußgängerzone, beim Polit-Talk im Rätschegarten, bei der Podiumsdiskussion im Maikäferhäusle oder bei der offiziellen Kandidatenvorstellung in der Jahnhalle – stets traf ich auf großes Interesse der Bürger*innen und war froh, dass man einen solchen Wahlkampf führen konnte und nicht nur online. Es war spannend, die unterschiedlichsten Fragen gestellt zu bekommen und zu versuchen, die entsprechenden ehrlichen Antworten zu liefern.

Dann war es soweit: Der Wahlsonntag war angebrochen. Wahlkampf machen ist da dann vorbei. Um den Tag irgendwie rum zu bekommen und mich abzulenken, fuhr ich mit meiner Frau und einem Freund eine Runde E-Bike. Wir besuchten mehrere Gärten beim„ Tag der offenen Gärten“ in Weiler.

Mit einer Prognose habe ich mich übrigens bis zu diesem Tag sehr schwer getan und von allen möglichen Leuten alle möglichen Prognosen gehört. Ich habe in den vergangenen acht Jahren alles getan, was mir möglich war, und auch beim Wahlkampf war meine To-Do-Liste abgehakt. Letztendlich ist man an so einem Wahlsonntag dann aber doch „ausgeliefert“.

Abends ging’s dann in die Kapellmühle und um kurz nach 18:00 Uhr gab es bereits erste Ergebnisse aus den Wahlbezirken. Eineinhalb Stunden später war dann klar, dass ich die Wahl gewonnen hatte. Da fällt dann eine ziemliche Last von einem ab und Freude macht sich breit, denn man kann sich bis zum Ende nicht sicher sein, wie die Wahl ausgeht.

Schön war auch, dass meine Familie und viele andere aus dem Team meiner Unterstützer*innen mit dabei waren. Sie haben mich stets toll unterstützt und dafür möchte ich mich an dieser Stelle auch nochmals ganz herzlich bedanken. Außerdem gilt mein Dank auch allen, die als Wahlhelfer*innen in den Wahllokalen im Einsatz waren, die die Wahl organisiert haben, die mich im Wahlkampf unterstützt haben, die im Wahlkampf fair geblieben sind, die mich gewählt haben und mir IHR Vertrauen ausgesprochen haben und allen, die gemeinsam mit mir in den nächsten Jahren unser #geislingenandersteige auch weiter Stück für Stück voranbringen wollen. Ich freue mich riesig auf diese sicher wieder anspruchsvolle Zeit!“