Stadtleben

Projekt MobiQ in Geislingen

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Projekt MobiQ in Geislingen

HfWU betreibt Reallaborquartier „Obere Stadt“

Für die Mobilitätswende in Deutschland ist Baden-Württemberg ein strategisch bedeutsames, wenn nicht gar zentrales Handlungsfeld. Das Verständnis, dass technische und organisatorische Innovationen nicht ausreichen werden, um die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen und die der Landespolitik zu erfüllen, ist verbreitet. Im Rahmen des Strategiedialogs Transformation der Automobilwirtschaft wird davon ausgegangen, dass eine nachhaltige Mobilitätswirtschaft mit einem deutlich breiteren Verständnis von Mobilität das Ziel sein sollte. Insbesondere im Hinblick auf die Städte, Gemeinden und Regionen birgt dies Spannungspotenzial, aber auch große Chancen für die zukünftige Entwicklung.

Seit Frühjahr 2021 fördert das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) das Reallabor „MobiQ – Nachhaltige Mobilität durch Sharing im Quartier“. MobiQ verfolgt einen zivilgesellschaftlichen, nicht-kommerziellen Ansatz und fokussiert auf die Potenziale quartiersbezogener Mobilitätskonzepte.

An den drei Standorten, Stuttgart Rot, Geislingen an der Steige und Waldburg, wird praktisch erprobt, wie Bewohner:innen im Quartier gemeinsam ihre Mobilität organisieren. Ziel ist es, für einen möglichst großen Teil der Gesellschaft Mobilität in der Nachbarschaft nachhaltig, effizient und sozial innovativ zu gestalten, ohne damit deren gesellschaftliche Teilhabe zu vermindern.

In Geislingen an der Steige wurde das Reallaborquartier „Obere Stadt“ definiert, dazu gehört, neben dem Gebiet von der Bahnhofstraße am Nel Mezzo, bis zum Ortsausgang im Rohrachtal Richtung Ulm auch das Wohngebiet im Katzenloch. In dem Gebiet leben ungefähr 6.000 Menschen.

Vielfalt

Charakteristisch für dieses Quartier ist, dessen Vielfalt, nicht nur in Bezug auf die Bebauungsstruktur, es gibt große Fabrikgelände, eine sehr dicht bebaute Altstadt, eine belebte Fußgängerzone, aber auch große Mehrfamilienhäuser. Auch die Bevölkerungsstruktur ist sehr vielfältig. Viele verschiedene Nationen leben hier und genauso vielfältig gestaltet sich auch die Altersstruktur. Aufgrund des Hochschulstandorts und der vielen Schulen sind viele junge Menschen auf den Straßen unterwegs, es gibt aber auch ein Seniorenheim und betreutes Wohnen.

Am 31.03.22 wird mit interessierten Bürger:innen eine größere Workshopveranstaltung stattfinden, bei der hands-on an Lösungen gearbeitet werden darf. Diese Veranstaltung soll auch mit Aktionen im öffentlichen Raum von, mit und für die Menschen vor Ort begleitet werden. Um erfolgreich neue Mobilitätskonzepte zu entwickeln gilt es, einen möglichst breiten Querschnitt der Gesellschaft vor Ort zu erreichen, um auf Basis einer detaillierten Problemlage arbeiten zu können.

Zum Workshop sind ausdrücklich Alle eingeladen, die in der Oberen Stadt leben, arbeiten, die Schule oder Hochschule besuchen, unabhängig von Alter, Nationalität oder Geschlecht. Bitte meldet euch über das Anmeldeformular auf der Website zum Workshop an.

Viele Interviews mit Bürgerinnen und Bürgern

Außerdem führt das Projektteam aktuell und bis zum Frühjahr 2022 Interviews mit Bürgerinnen und Bürgern vor Ort durch. Diese Interviews dienen der Begleitforschung und sind als einstündige Gespräche angelegt. Als Ergebnis sollen so neben einem Eindruck für die Sorgen und Nöte in Bezug auf die Fortbewegung, auch, für die Gesamtheit der Bewohnerinnen und Bewohner, bedeutsame Orte im Quartier identifiziert werden.

Mehr Informationen zum Projekt: www.reallabor-mobiq.de.

Anmeldungen zum Interview und weitere Fragen: julian.bansen@reallabor-mobiq.de