Stadtleben

Mitten im Leben bis ins hohe Alter

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Mitten im Leben bis ins hohe Alter

Senioren

Täglich treffe ich hier in Geislingen Senioren, die noch mitten im Leben stehen, ihre Freizeit sinnvoll gestalten, sich geistig und körperlich, trotz des ein oder anderen Zipperleins, fit halten und jede Menge Sozialkontakte haben. So manch einer, den ich zum Interview traf, hatte so einen vollen Terminkalender, dass es etwas schwierig war, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Geislingen hat auch für seine Senioren viel zu bieten und das Leben im Alter kann hier sehr wertvoll sein.

Leider gibt es aber auch einige Senioren, die das Haus nicht mehr verlassen können oder nicht wollen. Durch den Tod des Partners, die Einschränkung der eigenen Mobilität, Krankheit oder andere Schicksalsschläge, hat sich das soziale Umfeld geändert, oft ist hier der soziale Rückzug die Folge. Einsamkeit kann sehr erdrückend sein und zu einem enormen Rückgang der Lebensqualität führen. Aber soweit muss es nicht kommen, denn es gibt einige Wege, der Vereinsamung zu entgehen.

Der einfachste Weg ist es natürlich, Zeit mit der Familie oder Freunden zu verbringen. Auch wenn die Kinder und Enkel weiter weg wohnen, hilft es, sich mit den neuen Medien zu beschäftigen und beispielweise über ein Senioren-Tablet Nachrichten zu versenden und zu erhalten. Das ist wesentlich einfacher als so mancher es sich vorstellt.

Wer Freude an Spaziergängen hat und auch mobil ist, der kann durch die Anschaffung eines Haustieres andere Menschen mit meist vierbeinigem Anhängsel treffen. Gassi Runden, wie es einige in Geislingen gibt, versprechen täglich mehrfach Kontakt zu anderen Hundebesitzern und es gibt für einen Hundehalter doch sowieso nichts schöneres, als über den kleinen Liebling zu sprechen. Darf kein Tier in der Wohnung gehalten werden, so könnte hier eine Patenschaft oder ein Engagement als „Gassigeher“ für ein Tierheim eine Alternative bieten.

Für frisch gebackene Rentner, die anfangs gar nicht wissen, wohin mit der vielen Freizeit, könnte auch ein Ehrenamt die Lösung sein. Ob als Hausaufgabenhilfe, Leihoma oder -opa, Stadtführer, Helfer bei der Tafel, der Diakonie bzw. im Rot-Kreuz-Laden, als grüne Damen oder Herren in den Kliniken, hier ist für jeden, der sich engagieren möchte, das Passende dabei.

„Geislingen Hilft“ beispielsweise hat immer Interesse an ehrenamtlichen Helfern. Ansprechpartner ist hier Frau Pfundtner im Mehrgenerationenhaus. Auch Senioren, die Unterstützung brauchen, können hier ihren Helfer finden. Manchmal sind es auch Hobbies, die Mitgliedschaft in einem der zahlreichen Geislinger Vereinen oder ein Senioren Studium, die dem Leben einen neuen Sinn verleihen und zu neuen Kontakten führen. Ebenso werden in unseren Fitness Studios spezielle Kurse für Senioren angeboten, nachfragen kostet nichts.

Manchmal kann es nach dem Verlust des Partners auch gut sein, die eigene Wohnsituation zu überdenken. Mittlerweile gibt es so viele Einrichtungen, wie das betreute Wohnen, wo im selben Gebäude viele andere Senioren wohnen und auch immer jemand gerufen werden kann, wenn Hilfe gebraucht wird. Auch Senioren-Wohngemeinschaften sind immer mehr im Kommen. Vielleicht wäre auch das eine Option, um nicht mehr alleine sein zu müssen.

Ich erlebe, dass es gerade in Geislingen viele aufgeschlossene ältere Menschen gibt, die schnell für ein Schwätzchen zu haben sind und auch nicht fremdeln. Das ist vielerorts nicht immer der Fall, zeigt aber wieder, wie liebenswert unsere schöne Stadt und wie toll unsere Senioren hier sind.

Für uns Jüngere sollte das auch ein Anreiz sein, einfach mal „Hallo“ zu sagen, uns etwas Zeit zu nehmen und mal zuzuhören. Gerade bei einsamen Senioren kann ein kurzes Gespräch über das Wetter schon das Highlight des Tages sein. Und vergessen wir nicht, irgendwann sind wir die Älteren.

Eure Andrea