Stadtleben

Warum brauchen wir keine Erntehelfer

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Warum brauchen wir keine Erntehelfer

Die raue Schwäbische Alb

Der wegen der Corona-Pandemie verhängte Einreisestopp für osteuropäische Erntehelfer und andere Saisonarbeitskräfte bringt hierzulande Probleme vor allem für Obst- und Gemüseanbauer. Wie sieht es aber in der Gegend um Geislingen herum aus?

Schauen wir uns den Boden einmal genauer an. Wir haben hier flachgründige & kalkhaltige Böden, was generell nicht die beste Voraussetzung für Gemüse oder Obstanbau bedeutet. Dazu ein Klima auf der Albhochfläche bei 700-900 Metern, welches eine tiefgründige Verwitterung nicht zulässt. Wind und Schnee machen das Ganze nicht leichter – außerdem hält Kalk kein Wasser … Zusammengefasst ist die Schwäbische Alb also eine sehr raue, nährstoffarme und karge Gegend ohne tiefgründige Böden. Auch fehlen die großen Flächen, die beispielsweise der deutsche Osten zu bieten hat. Richtung Schlat, Neckar, Rhein oder Weilheim Teck, berühmt für die Kirschen, sieht das alles anders aus. Natürlich gibt es in den Tälern etliche Obstbäume wie Apfel oder Birnen, wofür aber keine Erntehelfer benötigt werden würden.

Was aber wird bei uns mit den Flächen gemacht? Für die Viehzucht ist die Gegend wunderbar, wir haben eine sehr gute Qualität an Fleisch, die Milchwirtschaft funktioniert einwandfrei und auch Schafe und Ziegen fühlen sich mehr als wohl. Angebaut wird hauptsächlich Getreide wie Raps, Weizen, Mais (botanisch gesehen ist Mais kein Gemüse, sondern ein Getreide) und so weiter auf nicht arbeitsintensiven Flächen. Es bedarf einer Saison zur Bodenbearbeitung, einer zum Sähen, einer zur Ernte – Mähdrescher drüber und fertig – und dann ist auch schon wieder Herbst. Also können wir unser Grundnahrungsmittel Getreide maschinell ernten und haben keine Engpässe zu befürchten.

Hier isches halt en Kittel kälter