Stadtleben

Weihnachten und die Leber

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Weihnachten und die Leber

Weihnachtsgans, Rot- und Glühwein, Schnäpschen zur Verdauung

„Die Leber wächst mit ihren Aufgaben“ und „Zwischen Leber und Milz passt noch ein Pils“ – ganz genau

Am 20.11. war Deutscher Lebertag und das Leberzentrum der ALB FILS KLINIKEN hat ein wenig über die Leber aufgeklärt. Wir finden es aber interessanter, in der Weihnachtsausgabe über des Menschen größtes Organ zu philosophieren …

Sie wiegt etwa anderthalb Kilogramm. Trotzdem spürt man sie in der Regel nicht. Die Leber liegt unter den Rippen rechts oben im Bauch unter dem Zwerchfell. Mit jedem Atemzug bewegt sie sich mit – beim Einatmen nach unten und beim Ausatmen nach oben. Wir bringen sie meist mit Alkohol in Verbindung … allerdings: 40 Prozent der westlichen Bevölkerung hat eine nichtalkoholische Fettleber.

Aber zum Weihnachtsfest

Weihnachtsgans verdauen, den Rot- und Glühwein abbauen und den Körper entgiften – das sind die Aufgaben der Leber zu Weihnachten. Das Organ muss jetzt Schwerstarbeit leisten. Wer es mit Fett und Alkohol übertreibt, tut seiner Leber keinen Gefallen. Allein ungefähr drei Kilogramm Süßes werden pro Kopf während der Feiertage verzehrt. 6000 Kalorien pro Tag können zusammenkommen. Das ist die dreifache Menge der empfohlenen Tageszufuhr.

„Noch ein Schnäpschen zur Verdauung“, dazu wird oft nach dem Festtagsschmaus geraten. Der Leber hilft es jedoch nicht. Der Alkohol belastet die Leber zusätzlich zu fettem Essen. Besser ist es, Kräutertee zu trinken. Auch Kaffee kann nach einem festlichen Essen die Verdauung in Gang bringen. Macht aber bekanntlich nicht so viel Spaß … Eine gesunde Leber hält zwar den Weihnachtsschmaus aus, doch problematisch wird es, wenn deftiges Essen zur Gewohnheit wird und jedes Jahr zu Weihnachten ein paar Pfunde dazu kommen. Denn bei Übergewicht droht eine Fettleber und im Laufe der Zeit können sich weitere Leberschäden entwickeln wie zum Beispiel eine Leberentzündung oder eine Leberzirrhose.

Doch wie funktioniert dieses zentrale Chemielabor unseres Körpers?

Eine der bekanntesten Funktionen der Leber ist die Entgiftung des Körpers. Das Blut befördert nicht nur Nährstoffe aus dem Magendarmtrakt in die Leber, sondern auch schädliche Stoffe. Diese können von außen zugeführte Stoffe sein, wie zum Beispiel Alkohol oder Abbaustoffe von Arzneimitteln. Spezielle Enzyme in den Leberzellen bauen sie so um, dass sie ausgeschieden werden können. So funktioniert das auch bei körpereigenen Giftstoffen. Ein Beispiel ist der Eiweißstoffwechsel: Hier entsteht beim Abbau von Eiweißen, die aus Aminosäuren bestehen, das giftige Ammoniak. In den Leberzellen wird es zu ungiftigem Harnstoff umgebaut. Der wird dann im Blut zur Niere transportiert und verlässt mit dem Urin den Körper. Diesen Weg von der Leber über Niere und Urin nehmen alle Substanzen, die gut wasserlöslich sind.

Die Leber ist übrigens das einzige Organ, das nachwachsen kann.

Nach einer Operation, Teilentfernung oder Transplantation kann sie nach etwa acht Wochen fast wieder ihre Ursprungsgröße erreichen. Für die bevorstehende Advents- und Weihnachtszeit: Bei fettigen Speisen wie Gänsebraten unbedingt Maß halten, kleine Portionen langsam und bewusst genießen. Salate zwischendurch und zwischen den Mahlzeiten unbedingt bewegen – am besten an der frischen Luft. Nach den Feiertagen gilt es, den Schongang einzulegen, um wieder das Normalgewicht zu erreichen.

Noch was Positives:

Lebererkrankungen lassen sich im frühen Stadium gut behandeln. Daher empfiehlt der Göppinger Chefarzt, dass bereits Menschen ab 35 Jahren ihre Leberwerte einmal kontrollieren lassen. Zeigt das Ergebnis erhöhte Leberwerte, sollten diese immer abgeklärt werden. Wie auch immer, vielleicht denken wir an unser 1,5 kg schweres Organ, das im Dezember unter Volllast arbeitet!

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