Stadtleben

Weltspartag

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Weltspartag
Altes Ritual oder Tradition mit Zukunft?

Weltspartag

Die Schwaben sind Deutschlandmeister im Sparen. Die erhobene Sparquote war im Südwesten so hoch wie kaum anderswo. Das Statistische Landesamt ermittelte in den letzten Jahren eine Sparquote von um die 12 %. Der Durschnitt liegt bei 10 %.

Es ist wieder soweit, der Weltspartag steht vor der Türe. Vor allem für die Sparkassen ist dies ein Tag mit Tradition, haben sie dieses Ereignis doch vor über 90 Jahren selbst ins Leben gerufen.

Aber ist Sparen heute noch aktuell?
Rund zehn Prozent ihres Einkommens legen die Deutschen durchschnittlich auf die hohe Kante, so Zahlen der OECD. Damit ist die Sparquote hierzulande fast doppelt so hoch wie das Mittel der Euro-Zone. Kein Wunder also, dass der Weltspartag eine hohe Bedeutung hat. Denn die Banken haben sich ja auf die Fahne geschrieben, den Spargedanken in der Bevölkerung zu wecken und zu fördern. Und noch vor wenigen Jahren war es für die Kinder – und auch für viele Erwachsenen – ein Ritual, an diesem Tag eine Bankfiliale zu besuchen.

Kurze Geschichte des Weltspartags
Die Idee zum Weltspartag geht auf den ersten internationalen Sparkassenkongress im Oktober 1924 zurück und wurde von 27 Ländern weltweit umgesetzt. In einigen Ländern dieser Erde steht der Weltspartag noch heute hoch im Kurs. In Deutschland wurde der Weltspartag zum ersten Male am 31.10.1925 begangen. Der Beginn des Weltspartages fiel in eine finanziell angespannte Zeit: die Welt litt noch unter den Folgen des ersten Weltkriegs und die Weltwirtschaftskrise stand bevor. In dieser Zeit war es ein wichtiges Anliegen der Regierungen, der Bevölkerung das Sparen nahe zu bringen. Nur wenn genügend gespart wird, kann investiert werden. Für den Einzelnen ist Sparen wichtig, um sich eine finanzielle Grundlage aufzubauen, die später entweder als Sicherheitspolster, Altersvorsorge oder sogar als Einkommensquelle dienen kann. Durch die Zinsen nimmt das Ersparte mit der Zeit an Wert zu und gleicht, zumindest zum Teil, den Verlust durch die Inflation wieder aus.

Aber ist das heute noch aktuell? Warum sparen?
Wenn man eine Anschaffung machen möchte, na dann bekomme ich doch einen Kredit. Aber wenn ich einen Kredit aufnehme, dann habe ich zwar sofort das Geld in der gewünschten Höhe zur Verfügung, muss dann aber auch sparen. Denn ich muss ja den Kredit in monatlichen Raten zurückzahlen. Also ist ein Kredit ein Zwang zum Sparen. Sparen ist in erster Linie ein Konsumverzicht. Man gibt das Geld nicht aus, man legt das Geld auf ein Sparkonto, da bekommt man ja Zinsen dafür. (Also gut, früher war das so).

Für die Banken war und ist der Weltspartag immer noch eine Möglichkeit, Kunden schon im zarten Alter zu gewinnen. Ein erster Schritt zum Vermögensaufbau, ein kleiner Schritt am Anfang und viele kleine Schritte ergeben dann eine schöne Summe die man dann auch ausgeben kann oder vielleicht auch gewinnbringend weiter anlegen sollte, vielleicht in Aktien? Viele Banken (vor allem die überregionalen Banken) haben den Weltspartag mittlerweile ad acta gelegt. Ausnahmen bilden in der Regel Genossenschaftsbanken wie die Volks- und Raiffeisenbanken oder Spardabanken sowie die Sparkassen. In vielen Ortschaften, gerade auch auf dem Land, wird dieser „Feiertag“ nach wie vor begangen.

Der Weltspartag richtet sich nicht umsonst hauptsächlich an Kinder. In den ersten Jahren des Lebens formen sich viele Gewohnheiten, auch wirtschaftlich, die ein Leben lang erhalten bleiben – so ist es auch mit dem Umgang mit Geld. Eltern sollten daher auf jeden Fall Zeit und Mühe darauf verwenden, ihren Kindern den Wert des Geldes und des Sparens zu vermitteln. Dazu gehört zum Beispiel, das Kind von jedem Taschengeld einen Teil zurücklegen zu lassen (90% ausgeben, 10% sparen ist beispielsweise ein gutes Verhältlnis).

Auch wenn Kinder lernen, wie lange und schwer man für Geld arbeiten muss, gehen sie sorgsamer mit dem verdienten Geld um.

Bilder: Anna Grigorjeva © 123RF.com