Stadtleben

Wenn das Wörtchen „fei“ nicht wär … wär die Welt „fei“ ganz schön leer.

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Wenn das Wörtchen „fei“ nicht wär … wär die Welt „fei“ ganz schön leer.

Das in Schwaben allgegenwärtige Füllwort „fei“ hat schon manchen Zugezogenen verwirrt. Doch auch Eingeborene wissen nicht unbedingt, wo das Wort ursprünglich herkommt. Wir klären auf.

Seinen Ursprung hat das Wort im lateinischen Begriff „finis“ für „Ende“. Über das französische“fin“ kam es vermutlich im zwölften Jahrhundert in den Süden des heutigen Deutschlands. Damals bedeutete „fei“ in etwa „Bis hierhin und nicht weiter“ oder „endlich“ – wie in „Sieh fei zu, dass du dein Zimmer aufräumst“.

Im Laufe der Zeit haben sich noch weitere Bedeutungen etabliert. So wird „fei“ auch verwendet, um einer Aussage besonderen Nachdruck zu verleihen: „I hab fei Hunger“ oder „Das tut fei weh“. I mag di fei arg gern bedeutet „Ich liebe dich über alles!“ Wir Schwaben sind also Meister der Satzfüllkunst! Satzfüllkunst, noch nie gehört? So ist das Wort „fei“ das Chamäleon der schwäbischen Satzfüller!
Ein echter Schwabe verwendet „fei“ rein nach Bauchgefühl.

Er denkt nicht darüber nach wann und wie er es gebraucht. Für den Nicht-Schwaben bedeutet dies, dass man Sätzen mit „fei“ einfach mehr Beachtung schenken muss. So hat ein „Des isch fei verbota!“ mehr Gewicht als ein reines „Das ist verboten!“. Dadurch kann es gut sein, dass man sich einfach schneller „oine fängt“ (eine Ohrfeige einfängt), wenn man die verschärfte Warnung nicht versteht.

Somit ist es ratsam verstärkt auf den emotionalen Unterton von „fei“-Sätzen zu achten. So schwingt auch ein Unterton mit wie: „eigentlich würde ich ja gar nicht mit Ihnen reden, da Sie aber gegen ein Verbot verstoßen, nehme ich mir das heraus“ und ist fast immer die „Vertretung einer höheren Autorität“.

 

Bild: Aaron Burden / Unsplash