Stadtleben

Wieder ist ein Stückchen B10 fertig

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Wieder ist ein Stückchen B10 fertig
Nur noch 8,3 Kilometer Umgehungsstraße fehlen

Wieder ist ein Stückchen B10 fertig

Mitte letzten Monats ist das Mammutprojekt wieder ein Stückchen näher dem Ziel gekommen, welches „hinter Geislingen“ heißt. Ein Stückchen bedeutet genauer gesagt 2,6 Kilometer. Das hört sich jetzt nicht allzu viel an, ist aber zumindest für die Bewohner des schönen Dorfes Gingen eine Riesenentlastung. Manch einer hätte sich den Bau und die damit unweigerlich verbundene Fertigstellung ein wenig schneller gewünscht, errechnet man die Bau-Durchschnittgeschwindigkeit des neuen Teilabschnittes, so sind das umgerechnet 1 Kilometer pro Jahr.

Doch wir wollen nicht meckern, bedeutet doch jedes noch so kleine Stück eine enorme Zeitersparnis für die Autofahrer und eine riesige Befreiung von Abgasen und Lärm für die gequälten Anwohner. Weniger Stau – bessere Luft – tolle Sache. Kostenpunkt dieser 2,6 Kilometer waren 28 Millionen Euro. Knapp eine Million Euronen für 100 Meter … Die Belastung in Gingen soll durch die neue Strecke um 70% reduziert werden. Dies wäre bei der bisherigen Blechlawine von bis zu 30 000 Fahrzeugen am Tag eine tolle Leistung. Gingen hats geschafft, wie geht es aber jetzt weiter? Bis zum finalen Sieg fehlen noch 8,3 Kilometer Straße bis „hinter“ Geislingen. Der nächste Abschnitt wird natürlich Kuchen sein. Beim Gespräch mit ein paar Bewohnern Kuchens wurde ein wenig Unmut darüber geäußert, dass die dortige B10 im jetzigen August erst einmal mit „Flüsterasphalt“ überzogen wird. Worte wie „Stau in den Ferien“, „Geldverschwendung“ usw. sind gefallen.

Nichts desto trotz ist es eine Verbesserung und der Neubau geht mit Sicherheit weiter – auch wenn dies ein wenig dauern wird! Schaut man auf die letzte Infoveranstaltung in Sachen B10, dann wäre der frühestmögliche Fertigstellungstermin – hinter Geislingen – mit allem drum und dran das Jahr 2031, also in 13 Jahren. Hierbei wäre der Tunnel durch die Schildwacht inkludiert. 8,3 Kilometer hören sich jetzt nicht sonderlich aufwendig an, das letzte Stück hat es aber mit gewaltigen Herausforderungen in sich. Neben drei Brücken sind zusätzlich auch zwei Tunnel zu bauen, was finanziell gesehen 223 Millionen Euro beträgt, die es zu stemmen gilt. Doch dem Bund geht es gut, die Taschen sind prall gefüllt und somit sollte auch das letzte Stück in Bälde mit einem Spatenstich in Angriff genommen worden.

Zuerst müssen aber etliche Aktenordner, 23 an der Zahl, mit den Plänen und Informationen vom Regierungspräsidium zum Bundesverkehrsministerium gebracht werden. Dort müssen die Unterlagen den sogenannten „Gesehen-Vermerk“ erhalten. Erst danach kann das Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden.

Gut Ding will Weile haben, wie wir an der folgenden Auflistung sehen, trotzdem gilt es stetig weiterzukämpfen für einen zügigen Ausbau der B10.

Die Historie des B10-Ausbaus
• 1956 Stuttgart – Esslingen
• 1969 Esslingen – Plochingen
• 1970 Ortsumfahrung Esslingen
• 1971 Ortsumfahrung Göppingen
• 1979 Plochinger Dreieck Reichenb.
• 1989 Ortsumfahrung Reichenbach
• 1991 Ortsumfahrung Ebersbach
• 1993 Ortsumfahrung Uhingen
• 2006 Ortsumfahrung Eislingen
• 2011 Eislingen-Ost bis Süßen-Ost
• 2018 Fertigstellung bis Gingen